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Namensänderung nach einer Scheidung

  • Juristische Prüfung: Juristin Marieke Stöcker-Pritz
Das Worte Name auf Holzklötze gedruckt
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Was muss man bei der Namensänderung nach Scheidung beachten? Sobald die Scheidung vollzogen ist, stellt sich die Frage, ob man seinen Mädchennamen wieder annehmen kann, was es kostet, den Nachnamen ändern zu lassen, und wie man seinen Namen ändern kann.

Im Grunde genommen ist eine Namensänderung nach Scheidung keine schwierige Angelegenheit, allerdings kommt es auf die Wünsche und Vorstellungen der Eheleute an.

Einige Ehemänner versuchen nach der Scheidung eine Namensänderung zu erzwingen, da sie nicht möchten, dass die Ehefrau weiterhin den gemeinsamen Nachnamen trägt. Kann man nach einer Scheidung eine Namensänderung verlangen? 

Der folgende Artikel gibt Ihnen Antworten auf alle Aspekte der Namensänderung nach Scheidung und erläutert dabei auch, wie lange die Namensänderung nach Scheidung dauert und wo man die Namensänderung nach Scheidung mitteilen muss. 

Das Wichtigste in Kürze zur Namensänderung nach der Scheidung:

  • Nach einer Scheidung können Sie den Ehenamen fortführen, es sei denn Sie möchten Ihren Nachnamen ändern.
  • Möchten Sie Ihren Nachnamen nach der Scheidung ändern, dann haben Sie verschiedene Optionen.
  • Bevor Sie eine Namensänderung nach Scheidung vornehmen können, muss die Scheidung rechtskräftig sein.
  • Die Namensänderung nach Scheidung erfolgt beim Standesamt.
  • Für die Namensänderung benötigen Sie den Scheidungsbeschluss und den Personalausweis oder Reisepass.
  • Für die Änderung des Namens fällt eine Gebühr von circa 25 Euro an. Ebenso kommen bei der Namensänderung nach Scheidung Kosten für beglaubigte Abschriften und Kosten für die Änderung wichtiger Dokumente wie Personalausweis, Kreditkarten, Reisepass etc. hinzu
  • Nach einer Scheidung behalten die gemeinsamen Kinder den Namen aus der Ehe. Heiraten Sie hingegen erneut, kann das Kind aus erster Ehe den neuen Familiennamen annehmen.
Inhaltsverzeichnis

Wer kann nach der Scheidung den Namen ändern?

Gemäß Namensänderungsgesetz darf ein Nachname nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund eine Änderung rechtfertigt. Ehegatten können nach der Scheidung einen gemeinsamen Ehenamen behalten oder einen zuvor getragenen Nachnamen oder den Geburtsnamen annehmen.

Bei Kindern ist der Geburtsname im Grunde unveränderlich und kann nur bei Eheschließung oder Wahl eines gemeinsamen Ehenamens geändert werden. Bei alleinigem Sorgerecht kann unproblematisch der neue Ehename auch zum Namen des Kindes bestimmt werden. Sind die Eltern gemeinsam sorgeberechtigt, muss der andere Elternteil der Namensänderung zustimmen

Wie kann man seinen Namen ändern?

Kann man seinen Mädchennamen wieder annehmen? Bei einer Scheidung wird der Ehename zunächst unverändert fortgeführt. Eine Namensänderung nach Scheidung erfolgt nur auf Wunsch eines Ehepartners. Möchten Sie den Namen nach der Scheidung ändern, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. 

  1. Sie können den Ehenamen fortführen und ändern Ihren Namen nicht. 
  2. Sie führen den Ehenamen fort und fügen Ihren Geburtsnamen oder einen anderen zuvor geführten Namen vorne oder hinten an den Ehenamen an. 
  3. Sie verzichten auf den Ehenamen und nehmen wieder Ihren Geburtsnamen an. 
  4. Sie nehmen einen bereits vor der Ehe geführten Ehenamen aus einer ersten Ehe an.  

Beispiel:

Frau Müller trug vor ihrer ersten Ehe mit Herrn Neumann den Mädchennamen Jungmann. Nach der Scheidung ihrer zweiten Ehe überlegt sie, welche Namensänderung sie nach der Scheidung vornehmen kann.

1. Sie kann ihren Ehenamen aus der zweiten Ehe behalten und heißt weiterhin Frau Müller.

2. Sie kann ihren Ehenamen fortführen und ihren Geburtsnamen vorne oder hinten anfügen: Frau Müller-Jungmann oder Frau Jungmann-Müller. Oder sie führt ihren Ehenamen fort und fügt den Ehenamen aus ihrer ersten Ehe vorne oder hinten an: Frau Neumann-Müller oder Frau Müller-Neumann.

3. Frau Müller kann auch ihren Mädchennamen wieder annehmen und entscheiden, von nun an wieder Frau Jungmann zu heißen.

4. Sie kann auch den Ehenamen aus ihrer ersten Ehe wieder annehmen und sich für die Namensänderung in Frau Neumann entscheiden.

Ebenso wie die Namensänderung nach Scheidung erfolgt auch eine Änderung des Namens im Todesfall eines Ehepartners oder eingetragenen Lebenspartners. Nur im Falle einer Nichtigkeitserklärung der Ehe gelten die obigen Grundsätze nicht.

Wann kann man eine Namensänderung nach Scheidung vornehmen?

Möchten Sie eine Namensänderung nach einer Scheidung vornehmen, so muss die Ehe zunächst rechtskräftig geschieden sein. Der Scheidungsbeschluss bestätigt die Rechtskraft der Scheidung, sobald sie diesen Vermerk erhalten haben, können Sie eine Namensänderung nach einer Scheidung durchführen. Ihr Anwalt kann Ihnen dabei behilflich sein, den Scheidungsbeschluss inklusive Rechtskraftvermerk zu erhalten. 

Gibt es eine Frist für die Namensänderung nach Scheidung?

Prinzipiell ist die Namensänderung nach Scheidung nicht an eine Frist gebunden. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Scheidung rechtskräftig ist. Einen Monat nach Scheidungsbeschluss ist die Scheidung rechtskräftig, sodass eine Namensänderung vorgenommen werden kann. Da es keine Frist für die Namensänderung nach Scheidung gibt, können Sie auch erst nach einigen Jahren eine Namensänderung nach Scheidung vornehmen. 

Wo wird die Namensänderung nach Scheidung durchgeführt?

Die Namensänderung nach Scheidung können Sie im Standesamt durchführen lassen. Wenden Sie sich hierfür an das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich Ihre Eheschließung erfolgt ist. Sollten Sie nach der Hochzeit umgezogen sein, können Sie die Namensänderung nach Scheidung auch an ihrem eigenen Wohnsitz durchführen. 

Fand die Hochzeit im Ausland statt, dann ist das Standesamt Ihres Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes zuständig. Ist dies nicht gegeben, ist das Standesamt Berlin I zuständig. 

Welche Unterlagen benötigt man für die Namensänderung nach Scheidung?

Um die Namensänderung nach Scheidung vollziehen zu können, benötigen Sie folgende Unterlagen: 

  • Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Ggf. eine beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister der letzten Ehe

Sollte die Ehe im Ausland geschlossen oder geschieden worden sein, sind weitere Unterlagen für die Namensänderung nach Scheidung notwendig. Dem Standesamt müssen dann folgende beglaubigte Unterlagen vorgelegt werden: 

  • Bei einer Eheschließung im Ausland: In diesem Fall benötigen Sie eine Übersetzung der Eheurkunde. Die Übersetzung muss von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer erfolgt sein oder durch eine deutsche Botschaft des entsprechenden Staates beglaubigt worden sein. Allerdings ist das nur dann notwendig, wenn die Ehe bisher nicht in einem deutschen Register nachbeurkundet ist.
  • Bei einer Scheidung im Ausland: In diesem Fall benötigen Sie eine Übersetzung der Scheidungsurkunde, wobei die Übersetzung von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer erfolgt sein muss oder durch eine deutsche Botschaft des entsprechenden Staates beglaubigt worden sein. Besteht kein Abkommen zwischen dem entsprechenden Staat und Deutschland, kann es zu einem Anerkennungsverfahren kommen.  

Was kostet es den Nachnamen ändern zu lassen? – Kosten für Namensänderung bei Scheidung

Für die Beglaubigung- und Beurkundungsgebühren berechnet das Standesamt eine Pauschale von ca. 25 Euro. Für beglaubigte Abschriften aus dem Familienbuch fallen weitere 10 Euro an. 

Dabei sollten bei der Namensänderung nach Scheidung auch Kosten für die Änderung wichtiger Dokumente wie Personalausweis, Reisepass, Kreditkarten etc. eingerechnet werden. 

Wie lange dauert die Namensänderung nach Scheidung?

Die Eheleute können nach der rechtskräftigen Scheidung eine Namensänderung vornehmen, daher ist es auch entscheidend, dass mindestens ein Monat nach dem Scheidungsbeschluss verstrichen ist. Wie lange es dauert, eine Namensänderung nach Scheidung durchzuführen, ist auch vom Arbeitsaufkommen und den Bearbeitungszeiten des zuständigen Standesamts abhängig und davon, ob alle benötigten Dokumente vorliegen.

Sobald der Bearbeitungsprozess abgeschlossen ist, müssen Sie zum Standesamt gehen und die Namensurkunde abholen. 

Namensänderung bei Kindern

Im Grunde genommen hat eine Scheidung keine Auswirkung auf den Namen der Kinder, denn der Nachname des Kindes bleibt zunächst bestehen. Lebt das Kind bei der Mutter und hat diese den Mädchennamen wieder angenommen oder heiratet sie erneut und es kommen weitere Kinder in der neuen Ehe zur Welt, kann es kompliziert werden.

Demnach hat das Kind aus erster Ehe einen anderen Nachnamen als die Kinder aus zweiter Ehe. Werden jedoch die folgenden Voraussetzungen erfüllt, kann das Kind den Ehenamen aus der zweiten Ehe oder einen Doppelnamen tragen:

  • Das Kind ist minderjährig und unverheiratet. 
  • Das Kind wohnt beim Elternteil, welches die Namensänderung nach Scheidung wünscht. 
  • Der Elternteil hat das alleinige Sorgerecht.
  • Beim gemeinsamen Sorgerecht muss das andere Elternteil ebenfalls zustimmen. 
  • Der andere Elternteil muss zustimmen, wenn es seinen Namen trägt. 
  • Ist das Kind älter als 5 Jahre, dann muss es der Namensänderung zustimmen. 

Was geschieht, wenn der leibliche Elternteil nicht in die Namensänderung des Kindes einwilligt?

In einigen Fällen verweigert das leibliche Elternteil die Namensänderung des Kindes nach Scheidung, doch dann kann das Familiengericht die Einwilligung ersetzen, sofern die Änderung dem Kindeswohl entspricht. Hierfür sind allerdings wichtige Gründe notwendig: 

  • Das Kind muss eine Ablehnung gegenüber dem leiblichen Vater haben. 
  • Es muss eine Namenseinheitlichkeit in der neuen Familie gewünscht sein. 
  • Das Kind wird aufgrund des Nachnamens gehänselt. 
  • Schwieriger Umgang mit dem leiblichen Vater. 
  • Das Kind leidet erheblich durch den Nachnamen oder ist seit vielen Jahren überall bekannt. 

Möchte die Mutter hingegen, dass das Kind einen Doppelnamen trägt und somit den Nachnamen des leiblichen Vaters und des Stiefvaters hat, ist dies möglich. In diesem Fall ist die Ersetzung der Einwilligung des leiblichen Vaters durch das Familiengericht meist ohne Komplikationen möglich

Redakteurin
Edwina Engelmann

Edwina ist Teil unserer Online Redaktion. Sie gibt leicht verständliche & hilfreiche Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Familienrecht & Scheidungsrecht.

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