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Online Scheidung § Was ist dran am Mythos der Blitzscheidung?

Die Scheidung schnell online einreichen, kurz mit dem Anwalt telefonieren, unterschreiben und schon ist die Online Scheidung im Eiltempo perfekt? So einfach ist es in der Praxis nicht. In diesem Beitrag erfahren Sie, was hinter der so genannten Blitzscheidung steckt, was überhaupt genau damit gemeint ist und welche Vor- bzw. Nachteile sich daraus für Sie ergeben können. Eins sei schon mal vorweggenommen: in den allermeisten Fällen ist eine Scheidung nach standardisiertem Ablauf über einen Rechtsanwalt vor Ort die deutlich bessere, zuverlässigere und für alle Parteien angenehmere Art sich scheiden zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Online Scheidung?

Immer häufiger hört man von der kostengünstigen oder gar kostenlosen und besonders schnellen “Online Scheidung”. Für Sie als Rechtsratsuchende ist es wichtig, dass Sie sich von diesem Begriff nicht in die Irre führen lassen. Eine Scheidung / Trennung kann nicht vollständig über das Internet abgewickelt werden.

Spätestens bei der eigentlichen Verhandlung bzw. dem Verfahren, in dem das Scheidungsurteil gesprochen wird, müssen die beiden Eheleute anwesend sein. Auch handelt es sich bei der auch als Blitzscheidung bezeichneten Onlinescheidung um kein spezielles Verfahren. Salopp ausgedrückt: der Terminus der Onlinescheidung ist eine clevere Erfindung der Marketingabteilungen und hat nur wenig mit dem Gesetz zu tun.

Ist eine Online-Scheidung grundsätzlich möglich?

Die erste Frage, die sich stellt, wenn Sie das Wort “Onlinescheidung” hören, ist vermutlich: ist eine Scheidung überhaupt rein digital möglich? Und hier gibt es eine eindeutige Antwort. Sofern beide Eheleute in Deutschland leben, ist es nicht denkbar, dass die Ehe geschieden wird, ohne dass es zu einem Gerichtstermin kommt, bei dem beide Parteien anwesend sein müssen.

Was jedoch möglich ist, ist die Scheidung online einzuleiten. Bedeutet: Sie können sich online für einen Anwalt entscheiden, diesen digital kontaktieren, das Scheidungsantragsformular ausfüllen und an den Rechtsanwalt senden, damit der diesen beim Familiengericht einreicht. Klingt einfach ist jedoch in der Praxis häufig kompliziert. Ein Scheidungsverfahren ist eine ernstzunehmende Rechtssache, die kompetent abgewickelt werden muss.

Scheidung ohne Anwalt möglich?

Tatsächlich ist es nicht möglich, sich ohne das Hinzuziehen eines Rechtsanwalt scheiden zu lassen. Nur ein zugelassener Jurist kann den Scheidungsantrag bei Gericht einreichen und auch im Hauptverfahren der Scheidung besteht ein Anwaltszwang.

Eine sogenannte Onlinescheidung meint lediglich, dass Sie sich nicht persönlich mit Ihrem Anwalt treffen müssen. Die gesamte Korrespondenz und Kommunikation läuft online, telefonisch oder auf per Post. Bedenken Sie an diese Stelle bereits, dass eine dadurch beschleunigte Blitzscheidung wenn überhaupt nur dann in Frage kommt, wenn Sie eine einvernehmliche Scheidung anstreben und der Verfahrenswert nicht besonders hoch ist. Sollten Scheidungsfolgen nicht geklärt werden können, so müssen sie vor Gericht verhandelt werden und hier sollten beide Parteien unbedingt durch einen physisch anwesenden Rechtsanwalt für Familienrecht vertreten werden. Ein Ausnahmefall kann sich immer dann ergeben, wenn ein Ehepartner oder beide Noch-Eheleute im Ausland wohnen. In diesem Fall kann es möglich sein, die Scheidung ohne Anwesenheit im Hauptverfahren durchzuführen. Das ist aber selten und muss gesondert im Voraus geklärt werden.

Ablauf einer Onlinescheidung

Eine Online Scheidung läuft meist nach dem gleichen Prinzip ab. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber einen klaren Ablauf vorsieht, um sich rechtskräftig scheiden zu lassen. Sollten Sie sich also auf die digitale Blitzscheidung einlassen, so müssen Sie folgende Schritte einplanen:

  • Sie nehmen Kontakt mit dem Scheidungsservice-Anbieter auf und machen sich persönlich ein Bild von der Kompetenz.
  • Sie füllen das Scheidungsantragsformular online aus und senden diesen an Ihren Anwalt.
  • Daraufhin führen Sie ein erstes Gespräch mit dem Anwalt, den Sie ausgewählt haben oder den der Vermittler für Sie ausgesucht hat. Hier können erste Fragen und Probleme geklärt bzw. angesprochen werden.
  • Der Anwalt sendet Ihnen daraufhin den Scheidungsantrag per Post zu. Diesen müssen Sie eigenhändig unterschreiben und anschließend postalisch an den Anwalt zurücksenden.
  • Bevor der Anwalt den Scheidungsantrag einreicht, sollte geklärt werden, ob Sie Verfahrenskostenhilfe beantragen möchten oder nicht. Ob die geforderten Voraussetzungen vorliegen, hängt davon ab, ob Sie bedürftig sind und ob das Verfahren Aussicht auf Erfolg hat.
  • Bevor der Scheidungsantrag (inkl. Verfahrenskostenhilfe) vom zugelassenen Anwalt beim Familiengericht eingereicht wird, findet in der Regel nochmal ein Gespräch statt, um die letzten offenen Fragen zu beantworten.
  • Sobald der Scheidungsantrag eingereicht ist, wird der andere Ehepartner vom Gericht darüber informiert, dass die Scheidung eingereicht wurde.
  • Die Scheidungsfolgen (z.B. Unterhalt für Kinder) müssen geklärt werden, damit anschließend ein Gerichtstermin festgesetzt wird. Zu diesem müssen die beiden Ehepartner persönlich erscheinen. Ohne die Anwesenheit kann die Scheidung nicht rechtskräftig erfolgen. Es lässt sich also nicht vermeiden, dass Sie Ihrem Ex-Partner nochmal begegnen.
  • Am Ende des Verfahrens steht der Beschluss des Gerichts über die Scheidung der Ehegatten.

Was hier nach neun einfachen Schritten aussieht, bereitet in der Praxis häufig unerwartet komplexe Probleme. Vor allem wenn es zu Streitigkeiten bezüglich der Scheidungsfolgen kommt, kann es sowohl persönlich, als auch juristisch knifflig werden. Auch Kinder bzw. Kindesangelegenheiten verkomplizieren eine Scheidung enorm. Hier wäre zu wünschen, dass sich die Noch-Eheleute gemeinsam mit dem Anwalt zusammensetzen und die Konflikte beilegen können. Dies ist bei einer Online Scheidung nur bedingt möglich.

Wie lange der Ablauf der Scheidung / Trennung per Online Anwalt dauert, kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Online Scheidung wird häufig als “schnelle Scheidung oder auch Blitzscheidung” beworben. Dies ist aber nicht zwangsläufig zutreffend, da der zeitlich limitierende Faktor zumeist die Vergabe des Gerichtstermins für die Hauptverhandlung ist.

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Kosten einer Blitzscheidung

Was eine Scheidung / Trennung kostet, kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, solange Sie den Verfahrenswert nicht kennen. Die zwei entscheidenden Kostenfaktoren sind auf der einen Seite die Anwaltskosten und auf der anderen Seite die Gebühren, die das Gericht erhebt. Beide Faktoren richten sich nach dem Verfahrenswert, der sich maßgeblich nach Ihrem Einkommen bestimmt. Die Gebühren für Gericht und Anwalt unterscheiden sich nicht danach, ob Sie sich für einen Anwalt vor Ort oder einen Online Anwalt entscheiden.

Für den Fall, dass Sie sich scheiden lassen möchten, wird Ihr Anwalt für Familienrecht Sie im Voraus dabei unterstützen, den Verfahrenswert abzuschätzen, damit Sie wissen, auf welche Kosten Sie sich einstellen müssen. Um einen groben Einblick zu erhalten, könne Sie auf folgende Formel zurückgreifen:

  • (Monatliches Einkommen Partner 1 + Monatliches Einkommen Partner 2) * 3 + Versorgungsausgleich = Verfahrenswert

Die Gebühren für das Gericht und die Kosten für den Anwalt sind gesetzlich festgelegt und stehen in Abhängigkeit zum Verfahrenswert. Dementsprechend fallen diese bei einer Scheidung immer ungefähr gleich aus. Die Anwaltskosten zu errechnen, gestaltet sich regelmäßig etwas komplizierter. Diese setzen sich aus den Folgenden Teilbereichen zusammen:

  • Verfahrensgebühr
  • Terminsgebühr
  • Auslagengebühr
  • Mehrwertsteuer

Die Verfahrensgebühr wird mit dem Faktor 1,3 abgerechnet. Die Terminsgebühr wird wie die Verfahrensgebühr ermittelt, jedoch nur mit dem Faktor 1,2 multipliziert. Der kleinste Kostenpunkt ist die Auslagengebühr, die 20 % der Anwaltskosten ausmacht, aber sich nie auf mehr als 20 Euro beläuft. Diese Berechnung der Kosten gilt für die Scheidung durch einen normalen Anwalt, genauso wie für die Scheidung mit einem Online Anwalt. Das Potential zu sparen ist damit sehr begrenzt und zumeist entsteht nur ein unerheblicher oder gar kein Kostenvorteil durch die Online Scheidung. Der Verfahrenswert wird übrigens vom Gericht zu Beginn der Verhandlung festgelegt.

Kosten sparen durch einvernehmliche Scheidung & Verfahrenskostenhilfe

Allgemein gilt, dass die Verfahrenskosten steigen, wenn das Gericht umfangreiche Entscheidungen treffen muss. Je mehr Scheidungsfolgen (z.B. Unterhaltsvereinbarung für gemeinsame Kinder) bereits im Voraus einvernehmlich geklärt wurden, desto günstiger wird die Scheidung. Dementsprechend lohnt es sich, mit dem Partner Regelungen zu treffen, mit denen beide Parteien gut leben können. Ein Anwalt vor Ort hat den Vorteil, dass dieser häufig als Mediator fungieren kann.

Eine kostenlose Scheidung gibt es nicht. Das liegt allein schon daran, dass der Scheidungsantrag nur von einem zugelassenen Rechtsanwalt eingereicht werden kann und selbst bei extrem niedrigem Verfahrenswert Gerichtsgebühren anfallen. Sollten Sie die Scheidung nicht aus eigener Tasche finanzieren können, so müssen Sie Verfahrenskostenhilfe beantragen. Denken Sie rechtzeitig an diesen Schritt: es kann einige Zeit vergehen, bis Ihnen die Verfahrenskostenhilfe bewilligt wird. Was genau das überhaupt ist und welche Voraussetzungen vorliegen müssen, damit diese Ihnen bewilligt wird, erfahren Sie in unserem Artikel über die Verfahrenskostenhilfe .

Aber Achtung: mit der Bewilligung der Verfahrenskostenhilfe geht zumeist eine Informationspflicht gegenüber dem Gericht einher. Bedeutet: sollte sich innerhalb von vier Jahren Ihre finanzielle Situation deutlich verbessern, müssen Sie dies melden und dann die Hilfe in zinsfreien Raten zurückzahlen.

Wie ist eine Online-Scheidung zu bewerten?

Jetzt haben wir geklärt, was die Online Scheidung ist, wie sie abläuft und was sie kostet. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die Scheidung über einen Online Anwalt genauso gut ist, wie die anwaltliche Vertretung durch einen Rechtsanwalt vor Ort? Sie ahnen es schon: in den meisten Fällen überwiegen die Nachteile bei der Blitzscheidung. Daraus, dass Sie bei der Online Scheidung nur begrenzt einen persönlichen Ansprechpartner haben, ergeben sich die folgenden Vor- und Nachteile:

Vorteile im Überblick

Die Vorteile der Online Scheidung sind überschaubar und stehen meist nicht im Verhältnis zu den Nachteilen, die in Kauf genommen werden müssen. Bedenken Sie auch, dass ein Anwalt vor Ort flexibel in der Terminvereinbarung sein kann. Dennoch lassen sich die Vorteile dieser Art eine Scheidung in die Wege zu leiten, wie folgt benennen:

  • Sie können unter Umständen Zeit und Kosten einsparen. Diese Ersparnis ergibt sich aus dem Umstand, dass beispielsweise Fahrtkosten für persönliche Treffen zwischen Anwalt und Mandant entfallen.
  • Handelt es sich um eine einvernehmliche Scheidung, reicht ein Anwalt aus. Das bedeutet, dass sich die Eheleute die Anwaltskosten (inoffiziell) teilen können. Dies ist jedoch kein exklusiver Vorteil der Online Scheidung, sondern gilt auch für eine “normale” anwaltliche Vertretung.
  • Sie sind ortsunabhängig und können immer und überall die Gespräche mit Ihrem Anwalt führen. Das schenkt Ihnen Flexibilität und ist vor allem für vielbeschäftigte Menschen interessant.

Nachteile im Überblick

Die Nachteile, die eine Online Scheidung mit sich bringt, hängen großteils damit zusammen, dass Sie keinen persönlichen Ansprechpartner bzw. keine rechtlich kompetente Vertrauensperson haben.

  • Sie lernen den Anwalt nämlich nie persönlich kennen. Er / sie bleibt immer nur eine “fremde” Person, die Ihren Scheidungsantrag beim Familiengericht einreicht.
  • Die direkte Kostenersparnis (Anwaltskosten und Gerichtskosten) hält sich in Grenzen bzw. sind häufig nicht existent. Die Gebühren sind abhängig vom Streitwert vom Gesetzgeber normiert. Zusätzlich fallen häufig Vermittlungsgebühren an, die wiederum die Scheidungskosten in die Höhe treiben können.
  • Sollten Sie nicht mit dem Online Anwalt zurecht kommen, müssen Sie den Anwalt wechseln. Das ist zwar unproblematisch möglich, verursacht jedoch zusätzlich Kosten.
  • Sie können sich nur schwer ein Bild davon machen, wie gut / kompetent der Ihnen zugeteilt Online-Anwalt ist. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie jemanden kennen, der schon Erfahrungen mit genau diesem Anwalt gemacht hat.

So weit die Digitalisierung fortgeschritten ist, so schwierig ist die anwaltliche Vertretung rein über digitale Medien. Besonders wenn Streitpunkte geklärt und eine Verhandlung geführt werden muss, ergeben sich fundamentale Nachteile für Sie als Mandanten.

Ist eine Onlinescheidung aus rechtlicher Sicht zu empfehlen?

Eine Online Scheidung in der Form, in der Sie sich das vorstellen oder wünschen – also ganz ohne die Präsenz beim Anwalt und vor allem vor Gericht – gibt es nicht. Jedoch ist es möglich, mit Hilfe der digitalen Medien, einen großen Teil über das Internet bzw. den Postweg zu bewältigen. Nach Abwägung aller oben genannten Argumente und der Rücksprache mit zahlreichen Anwälten, kommen wir zu dem Ergebnis, dass eine Online Scheidung nicht zu empfehlen ist. Und wenn, dann nur in Fällen, in welchen die Scheidungsfolgen schon vollständig geklärt sind – zum Beispiel eine Unterhaltsvereinbarung für die gemeinsamen Kinder aufgesetzt wurde – und der Scheidungsantrag einvernehmlich erfolgt. Hier lassen sich unter Umständen ein paar Euro sparen, wobei Vorsicht geboten ist, da die Vermittler teilweise eine vergleichsweise hohe Provision verlangen.

Wir empfehlen Ihnen, sich mit einem solch sensiblen Thema, wie es die Scheidung eines ist, an einen Anwalt für Familienrecht zu wenden, der bei Ihnen vor Ort ist. Dieser unterstützt Sie nicht nur im Voraus, sondern auch während der Hauptverhandlung und ist tendenziell besser und schneller für Ihre Fragen und Probleme erreichbar. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass in einem Face-to-Face Gespräch die Fakten schneller erfasst und Fragen direkt beantwortet werden können. Schlussendlich ist die Frage “Online Scheidung Ja oder Nein” eine solche, die nur Sie selbst beantworten können. Nun wissen Sie, worauf Sie sich einlassen, welche Vor- und Nachteile entstehen können und sind in der Lage eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

Auf was müssen Sie bei der Blitzscheidung achten

Es gibt im Internet eine ganze Reihe von Anbietern für Online Scheidungen. Sollten Sie sich – entgegen unserer Empfehlung – dazu entschließen, einen solchen Service in Anspruch zu nehmen, gilt es einige Grundregeln zu beachten, damit Sie am Ende nicht in eine unseriöse Kostenfalle tappen:

Vergleichen Sie die Preise!

Was im ersten Moment selbstverständlich klingt, wird häufig vergessen. Eine Scheidung ist für viele Menschen mit starken, teilweise impulsiven Emotionen verbunden und dementsprechend kommt es gehäuft zu übereilten Entscheidungen, nur um es “so schnell wie möglich” durchzubekommen. Davon raten wir ausdrücklich ab. Das Anwaltshonorar und die Gerichtsgebühren sind gesetzlich vorgeschrieben und variieren dementsprechend nicht. Was jedoch stark schwankt, sind die Gebühren, die der Online Scheidungsservice bzw. der Anwalt zusätzlich verlangt. Hier wird zumeist nach Stunden abgerechnet.

Überprüfen Sie die Erreichbarkeit!

Wie bei einem normalen Anwalt sollten Sie auch bei der Online Scheidung erstmal eine Erstberatung in Anspruch nehmen. Rufen Sie beim Anbieter an und prüfen Sie, wie gut die Erreichbar- bzw. Verfügbarkeit ist. Sollte über Tage hinweg niemand Kompetentes ans Telefon zu bekommen sein, ist das kein gutes Zeichen. Im Scheidungsverfahren können immer wieder kurzfristig Fragen aufkommen und dann sollten Sie sich in der Sicherheit wissen, immer einen Ansprechpartner zu haben, der sich zeitnah um Ihre Anliegen kümmert.

Lesen Sie Erfahrungsberichte!

Die meisten Serviceanbieter für Online Scheidungen gibt es nicht erst seit gestern. Dementsprechend lassen sich oft auf den geläufigen Portalen (z.B. Trustpilot oder Google Bewertungen) zahlreiche Rezensionen finden. Lassen Sie sich jedoch nicht von utopisch formulierten 5-Sterne Bewertungen blenden. Werfen Sie ebenso einen Blick auf die Meinungen, die von der Online Scheidung nicht begeistert sind. Betrachten Sie das Gesamtbild kritisch und entscheiden Sie dann, ob der Anbieter überzeugt oder doch eher einen mittelmäßigen Eindruck macht.

Sympathie testen und Zusammenarbeit anstreben!

Sollte alles soweit passen und Sie fühlen sich bereit für die Online Scheidung, sollten Sie den Anwalt kennenlernen, der Sie vertreten soll. Eine Scheidung betrifft den höchstpersönlichen Lebensbereich und es sollte im Laufe des Verfahrens ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Anwalt entstehen. Nur so kann er Sie rechtlich kompetent und richtig beraten. Nehmen Sie sich also die Zeit, den Anwalt etwas näher kennenzulernen, um herauszufinden, ob er / sie der / die Richtige für Ihre Scheidung ist. Hier sind die Voraussetzungen durch die digitale Kommunikation deutlich erschwert – in einem persönlichen Gespräch fällt es deutlich leichter das Gegenüber einzuschätzen und Vertrauen aufzubauen.

Wie kann ein Anwalt für Scheidungsrecht bei der Blitzscheidung helfen?

Auch die Online Scheidung kommt nicht ohne das Beauftragen eines Anwalts aus. Dementsprechend ist Ihr Anwalt Ihr Ansprechpartner, wenn es um rechtliche Fragen und Unsicherheiten geht. Genau an diesem Punkt wird es für die Online-Scheidung kritisch. In den meisten Fällen ist die Scheidung durch einen “direkten” Anwalt unterm Strich unkomplizierter und für Sie als Mandanten deutlich angenehmer. Hier kommt es jedoch auf Ihre Vorstellungen und Wünsche an. 

Ihr Anwalt unterstützt Sie allgemein im gesamten Scheidungsprozess – vom Einreichen des Scheidungsantrages, über die Regelung der Scheidungsfolgen bis hin zur Begleitung im eigentlichen Scheidungsprozess. Sollten Sie sich nicht mit Ihrem Ex-Partner über die wesentlichen Scheidungsfolgen einigen können und es kommt zu einer streitigen Scheidung, empfiehlt sich in jedem Fall ein Anwalt vor Ort. Dieser kann zusätzlich durch Mediation – geführte Streitgespräche – deeskalierend auf die Lage einwirken, was schlussendlich zu niedrigeren Gerichtskosten führt. Ebenso ist ein normaler Anwalt für Familienrecht zu empfehlen, wenn der Verfahrenswert besonders hoch ist.

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FAQ: Online Scheidung

Sollten Sie mit Ihrem online ausgewählten Anwalt nicht zufrieden sein, so gilt grundsätzlich das Gleiche, wie bei einem “normalen” Anwalt. Sie können den bestehenden Anwaltsvertrag jederzeit kündigen. Nach § 675 BGB gibt es dabei keine Frist, auf die Sie achten müssen. Die Arbeitszeit, die der Anwalt bis zur Kündigung aufgewendet hat, müssen Sie bezahlen. Sobald die Kündigung rechtswirksam ist, muss der Anwalt alle von Ihnen ausgehändigten Unterlagen wieder herausgeben.

Die Verfahrenskostenhilfe kommt immer dann in Frage, wenn der Antragsteller sich das Scheidungsverfahren und den Anwalt nicht leisten kann – die Kosten können nicht gedeckt werden. Abgedeckt werden sowohl Gerichtsgebühren, als auch Anwaltskosten. Auch bei einer Online-Scheidung kann die Verfahrenskostenhilfe beantragt werden. Hier gibt es keine Einschränkungen und sofern die grundsätzlichen Voraussetzung für die Bewilligung gegeben sind, werden Sie auch hier finanziell vom Deutschen Staat unterstützt.

Ja. Die Online-Scheidung als spezielle Form der Scheidung gibt es nicht. Es handelt sich um einen Marketing-Begriff, der benutzt wird, um den Eindruck zu vermitteln, es sei möglich, sich ohne Anwesenheit der beiden Parteien scheiden zu lassen. Dem ist in der Regel nicht so. Die Scheidung wird lediglich online eingereicht und die Kommunikation mit dem Anwalt erfolgt nicht in Präsenz. Das ausschlaggebende Scheidungsverfahren findet trotzdem vor einem Familiengericht statt. Das dort gesprochene Urteil ist selbstredend rechtskräftig.

Ein Beitrag der juristischen Redaktion
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