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Einvernehmliche Scheidung in Deutschland: Ablauf, Kosten und Dauer

  • Redaktion Familienrechtsinfo.de
Ehepaar legt Hand auf die Schulter der Frau
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Eine strittige Scheidung dauert meist mehrere Jahre, da zahlreiche Scheidungsfolgen (Unterhalt, Versorgungsausgleich) geklärt werden. Die Dauer einer einvernehmlichen Scheidung ist hingegen kürzer und die Kosten der Scheidung sind deutlich niedriger.  Darüber hinaus ist bei der einvernehmlichen Scheidung die Mediation eine sinnvolle Alternative zum strittigen Verfahren. Mit einer Scheidungsfolgenvereinbarung können Sie ebenfalls Kosten und wertvolle Zeit sparen.

Doch was ist eine einvernehmliche Scheidung genau und wie lange dauert eine einvernehmliche Scheidung in Deutschland?  Im folgenden Artikel beantworten wir Ihnen diese sowie weitere Fragen und erläutern Ihnen, was eine Scheidung ohne Streit kostet und was eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Auch bei einer einvernehmlichen Scheidung besteht Anwaltspflicht.
  • Bei der einvernehmlichen Scheidung müssen sich die Ehegatten bezüglich der Scheidung und deren Folgen (Unterhalt, Sorgerecht, Versorgungsausgleich, Vermögesaufteilung) einig sein.
  • Das Trennungsjahr muss bei einvernehmlicher Scheidung vollzogen sein, d.h. die Eheleute müssen ein Jahr getrennt voneinander leben.
  • Die Kosten einer einvernehmlichen Scheidung sind um einiges geringer als bei einer strittigen Scheidung. Einen einvernehmliche Kosten Rechner gibt es nicht, da die Kosten einer Scheidung immer unterschiedlich sind.
  • Bei einer einvernehmlichen Scheidung können die Eheleute einen gemeinsamen Fachanwalt für Familienrecht engagieren.
  • Die Dauer einer einvernehmlichen Scheidung beläuft sich auf ungefähr 4 bis 6 Monate.
  • Eine einvernehmliche Scheidung ist weniger nervenaufreibend und besonders bei gemeinsamen Kindern ratsam.
  • Möchte der andere Ehepartner allerdings eigene Interessen vor Gericht geltend machen, muss er einen eigenen Anwalt beauftragen.
  • Eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist besonders hilfreich, denn sie spart Kosten und Zeit.
  • Muster für die einvernehmliche Scheidung hier herunterladen.

Was ist eine einvernehmliche Scheidung?

Eine einvernehmliche Scheidung ist kostengünstiger und weniger zeitaufwendig als eine strittige Scheidung. Insbesondere wenn das Ehepaar gemeinsame Kinder hat, ist eine einvernehmliche Scheidung empfehlenswert. Hierbei sind sich die Ehegatten über die Scheidung und deren Folgen (Unterhalt, Sorgerecht, Vermögensaufteilung, Versorgungsausgleich) bereits einig. 

Dadurch, dass zwischen den beiden Eheleuten Einigkeit besteht, können sie sich die Kosten für einen zweiten Anwalt sparen. Bei einer einvernehmlichen Scheidung kann das Ehepaar lediglich einen gemeinsamen Fachanwalt für Familienrecht beauftragen.

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Voraussetzungen für eine einvernehmliche Scheidung

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine einvernehmliche Scheidung ist, dass die Ehegatten mindestens ein Jahr getrennt voneinander leben. Hierfür muss entweder einer der Ehegattenaus der gemeinsamen Ehewohnung ausgezogen sein oder innerhalb dieser in einem separaten Bereich leben. Dabei ist es während des Trennungsjahrs bei der einvernehmlichen Scheidung wichtig, dass keine Gemeinsamkeiten in den einzelnen Lebensbereichen bestehen. Genau genommen heißt das: Getrennt voneinander kochen, essen, waschen und schlafen.

Hinweis

Eine Trennung der Lebensbereiche bedeutet nicht, dass kein Versöhnungsversuch vorgenommen werden kann. Hält diese Versöhnungsphase nur maximal drei Monate an, dann ist die Scheidung nicht gefährdet und kann weiterhin vollzogen werde. Wird die Trennungsphase von 3 Monaten hingegen überschritten, beginnt die Frist von einem Jahr wieder zu laufen.

Weitere Voraussetzung dafür, dass eine einvernehmliche Scheidung möglich ist, sind die Scheidungsfolgen. Diese müssen zwischen den Ehegatten vorab geregelt sein. Hierzu zählen folgende Aspekte:

Auch Im Rahmen der einvernehmlichen Ehescheidung führt das zuständige Gericht auch den Versorgungausgleich durch, d.h. die während der Ehe erworbenen Anwartschaften und Aussichten auf Versorgung im Alter werden ausgeglichen. Bei einer Ehe von bis zu 3 Jahren wird der Versorgungsausgleich aber nur auf Antrag der Eheleute durchgeführt. Um den Versorgungsausgleich durchführen zu können, müssen die Ehepartner Muster für die einvernehmliche Scheidung ausfülle.

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Wann eine einvernehmliche Scheidung nicht möglich ist

Von einer einvernehmlichen Scheidung ist dann abzuraten, wenn beide Ehegatten sich von einem Anwalt vertreten lassen wollen und Anträge stellen möchten. Eine einvernehmliche Scheidung ist nicht möglich, wenn zwischen den Ehepartnern Unstimmigkeiten bezüglich der zu regelnden Scheidungsfolgen (Unterhalt, Sorgerecht, Zugewinnausgleich) besteht.

Die Vermögensaufteilung und das Kontaktrecht zu den Kindern sind häufige Konfliktpunkte. Doch auch im Falle größerer Vermögenswerte kann es ratsam sein, dass sich beide Ehegatten von einem Anwalt vertreten lassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass all Ihre Ansprüche geltend gemacht werden. Ein eigener Rechtsanwalt für Familienrecht kann daher essentiell sein, um die Scheidung erfolgreich zu vollziehen.

Wichtig zu beachten

Wird nur ein Anwalt beauftragt, kann er mit beiden Eheleuten Gespräche führen. Letztendlich vertritt er aber nur seinen Auftraggeber. Das heißt, dass beide Ehepartner zwar Informationen zum Ablauf des Scheidungsverfahrens erhalten, aber nur einer vertreten wird. Dies sollte unbedingt beachtet werden, insbesondere dann, wenn im Nachhinein Streitigkeiten und Konflikte auftreten können.

Dauer einer einvernehmlichen Scheidung

Die Dauer einer einvernehmlichen Scheidung wird im Grunde durch die Reaktionen und die Einigkeit der Ehepartner bestimmt. Liegt kein Einvernehmen hinsichtlich der Scheidung und all ihren Folgen vor, verzögert sich die Dauer der einvernehmlichen Scheidung. 

Meist endet dies in einem strittigen Scheidungsverfahren, es sei denn im Rahmen einer Mediation kann eine einvernehmliche Lösung erarbeitet werden. Sind sich jedoch beide Ehegatten einig, dann ist die Dauer der einvernehmlichen Scheidung viel kürzer.

Wie lange dauert eine einvernehmliche Scheidung in Deutschland?

Die Dauer der einvernehmlichen Scheidung ist abhängig vom individuellen Einzelfall. In der Regel dauert eine einvernehmliche Scheidung in Deutschland ungefähr 4 bis 6 Monate. Hierbei ist der Versorgungsausgleich inbegriffen. Ohne den Versorgungsausgleich verringert sich die Dauer einer einvernehmlichen Scheidung auf 1 bis 3 Monate. Eine strittige Scheidung kann sich hingegen auf mehrere Monate bis zu einem Jahr oder länger hinziehen.

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Strittige oder einvernehmliche Scheidung?

Behält man die Kosten einer Scheidung im Auge, ist die Frage „Strittige oder einvernehmliche Scheidung?“ schnell geklärt. Die einvernehmliche Scheidung ist die kostengünstigste Möglichkeit, eine Ehe zu scheiden. Auch im Hinblick auf gemeinsame Kinder sollte unbedingt der Weg über eine einvernehmliche Lösung gewählt werden, denn eine strittige Scheidung ist nervenaufreibend, emotional belastend und langwierig. 

Die gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern geht auch an den Kindern nicht spurlos vorbei. Sollten noch Konfliktpunkte bestehen, die jedoch im Rahmen eines Gesprächs geklärt werden können, empfiehlt sich die Mediation. Hierbei fungiert ein Mediator als überparteilicher Berater und interveniert bei der Konfliktsituation.

Rein formal gesehen, ist eine Ehe ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Aus diesem Grund kann der Vertrag auch nicht willkürlich beendet werden, sondern bedarf es gewissen Normvorschriften. Ebenso kann es geschehen, dass sich die Ehepartner zwar hinsichtlich der Scheidung selbst einig sind, nicht aber über alle Scheidungsfolgen (Unterhalt, Sorgerecht, Vermögen). 

Daher ist es möglich, dass ein Ehegatte eigene Anträge einreichen möchte. Dabei muss es nicht ausschlaggebend zum Rosenkrieg kommen. Jedoch erhöhen sich dadurch die Kosten für die Scheidung. Langwierige Scheidungsverfahren sind hingegen selten ein Erfolg, selbst für den Sieger nicht. Die Kosten für die Scheidung sollten hierbei keinesfalls unterschätzt werden.

Kosten einer einvernehmlichen Scheidung

Bei einer Scheidung fallen Gerichts- und Anwaltskosten an. Die Kostenberechnung für eine Scheidung kann sehr kompliziert sein und ist nicht immer transparent. Daher möchten wir Ihnen im Anschluss die Kosten einer einvernehmlichen Scheidung entschlüsseln. Als Berechnungsgrundlage dient der sogenannte Verfahrenswert, auch Streitwert oder Gegenstandswert.

Hinweis zum Verfahrenswert

Bei einer Scheidung berechnet sich der Verfahrenswert aus dem Nettoeinkommen beider Ehegatten, multipliziert mal 3 Monate. Doch nur ein festgelegter Bruchteil des Verfahrenswerts muss gezahlt werden.

Was kostet eine Scheidung ohne Streit?

Selbst wenn eine Scheidung ohne Anwalt in Deutschland nicht möglich ist, lassen sich einige Kosten sparen. Eine Scheidung ohne Streit kostet weitaus weniger als eine strittige Scheidung. Im Durchschnitt kann ein Ehepaar mit Anwaltskosten zwischen 1500 und 2500 Euro für einen Anwalt für Familienrecht rechnen. Die Gerichtskosten belaufen sich für jede Partei meist auf etwa 225 bis 400 Euro. Sollte ein Ehepartner hingegen Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe haben, ist die Scheidung kostenfrei. 

Allerdings muss der entsprechende Ehegatte auch die Scheidung beim Anwalt einreichen, um die Verfahrenskostenhilfe zu erhalten. Diese wird genehmigt, wenn der Antragsteller ein geringes Einkommen hat. In diesem Fall übernimmt der Staat die Anwaltsgebühren und die Gerichtskosten. Dieser Betrag muss nicht zurückgezahlt werden, wenn sich die Einkommensverhältnisse des Antragsstellers nicht verbessern.

Info

Die Kosten einer Scheidung hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Einige Fachanwälte für Familienrecht möchten an Ihrer Scheidung verdienen. Daher kann dieselbe Scheidung bei jedem Anwalt unterschiedlich viel kosten.

  • Lesen Sie mehr zum Thema Trennungsunterhalt

Einvernehmliche Scheidung – Wer trägt die Kosten?

Wer die Kosten bei der einvernehmlichen Scheidung trägt, kann zwischen den Ehegatten vereinbart werden. Kommt es jedoch hinsichtlich der Kosten einer Scheidung zum Streitpunkt zwischen den Eheleuten, stellt sich auch bei der einvernehmlichen Scheidung die Frage „Wer trägt die Kosten?“. Um dies klären zu können, gibt es spezielle Regelungen zur Zahlungspflicht. 

Hierbei ist es allerdings falsch anzunehmen, dass derjenige zahlen muss, der für das Scheitern der Ehe verantwortlich ist oder die Trennung wollte. Bei einer Scheidung gibt es jedoch zwei Kostenpunkte, von denen die Zahlungspflicht abhängig ist: Anwaltskosten und Gerichtskosten.

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Einvernehmliche Scheidung – Anwalts- und Gerichtskosten

Um Kosten zu sparen, wird bei einer einvernehmlichen Scheidung meist nur ein gemeinsamer Fachanwalt für Familienrecht beauftragt. Dabei kann aber nur ein Ehepartner den Anwalt beauftragen, wobei er als Mandant für die Deckung der Anwaltskosten zuständig ist. Der andere Ehepartner ist nicht verpflichtet, sich an den Kosten zu beteiligen. 

Doch nicht nur der Anwalt will bezahlt werden, sondern auch das Gericht. Die Gerichtsgebühr muss im Voraus bei Antragstellung entrichtet werden. Verantwortlich hierfür ist der Ehegatte. Allerdings entscheidet das Gericht später, dass die Kosten zur Hälfte von beiden Eheleuten getragen werden müssen.

Selbstverständlich können die Eheleute vereinbaren, die Anwaltskosten zu teilen. Allerdings sollten Sie dies unbedingt schriftlich festhalten.

Zahlungspflichtiger arbeitslos – Wer trägt die Kosten der einvernehmlichen Scheidung?

Bevor die Scheidung durch einen Familienrechtsanwalt eingereicht werden kann, muss das Trennungsjahr verstrichen sein. Erst dann kann der Rechtsanwalt für Familienrecht den Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht einreichen. Am deutlichsten ist der Beginn des Trennungsjahrs dann, wenn ein Ehegatte die gemeinsame Wohnung verlässt und eine eigene Wohnung bezieht. Allerdings kann er auch in der Ehewohnung bleiben. Hierfür müssen die Ehepartner allerdings einen eigenen Hausrat und getrennte Lebensbereiche haben, wobei Küche und Bad gemeinsam benutzt werden können. 

Damit das Familiengericht dem anderen Ehepartner den Scheidungsantrag zustellt, muss der Antragsteller den Gerichtskostenvorschuss vorab entrichten. Ebenso muss ein Kostenvorschuss an den beauftragten Anwalt bezahlt werden. Ist der Scheidungsantrag beim anderen Ehegatten eingegangen, dann legt das Gericht einen Termin zur mündlichen Verhandlung fest. Der Antragsteller kann seinen Antrag bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung zurücknehmen. Ebenso kann der andere Ehegatte bei der einvernehmlichen Scheidung Widerruf einlegen, indem er seine Zustimmung zur Scheidung zurückzieht. 

Um bereits vor der Scheidung den Ablauf einer einvernehmlichen Scheidung zu klären, ist die Konsultation eines Rechtsanwalts für Familienrecht ratsam. Dieser informiert Sie über alle Fragen der Scheidung, des Trennungsjahrs und der Folgeangelegenheiten (nachehelicher Unterhalt, Zugewinnausgleich, Umgangsrecht, Sorgerecht, Kindesunterhalt).

  • Unterhalt nach der Scheidung - was steht Ihnen zu?
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Ablauf der einvernehmlichen Scheidung im Überblick

  1. Scheidungsantrag einreichen: Nach Ablauf des Trennungsjahrs reicht der Fachanwalt für Familienrecht den Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht ein.
  2. Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehegatten. Hat der Antragssteller die Gerichtsgebühr bezahlt, stellt das zuständige Gericht dem anderen Ehegatten den Antrag zu. Stimmt der Ehegatte zu, kann die Scheidung einvernehmlich vollzogen werden.
  3. Versorgungsausgleich:Das zuständige Gericht sendet den Ehegatten die notwendigen Formulare für den Versorgungsausgleich (Muster einvernehmliche Scheidung). Diese müssen ausgefüllt zurückgesendet werden.
  4. Festlegung des Gerichtstermins. Nach Einsicht der Unterlagen legt das Familiengericht einen Scheidungstermin fest.
  5. Durchführung des Scheidungstermins: Die Scheidung wird am festgelegten Tag durchgeführt (10 bis 15 Minuten) und das Scheidungsurteil vom Richter verkündet. Für ausführliche Informationen zum Ablauf der Gerichtsverhandlung siehe „Ablauf einer Scheidung vor Gericht“.

Einvernehmliche Scheidung trotz Meinungsver­schiedenheiten

Eine einvernehmliche Scheidung ist trotz Meinungsverschiedenheiten möglich. Sollten Sie Klärungsbedarf haben oder eine Konfliktsituation nicht im gemeinsamen Gespräch lösen können, sollten Sie unbedingt einen Mediator aufsuchen. Als überparteiliche Gesprächsinstanz hilft er Ihnen eine einvernehmliche Lösung zu erarbeiten. Die einvernehmliche Scheidung durch Mediation zu vollziehen, ist um einiges kostengünstiger als ein strittiges Scheidungsverfahren.

Beachten Sie bitte auch, dass ein Versöhnungsversuche von maximal 3 Monaten nicht zur Unterbrechung des Trennungsjahrs führt. Damit soll den Ehegatten die Chance gegeben werden, nochmals aufeinander zuzugehen und eine kostspielige Scheidung zu verhindern. Die Mediation kann bei der einvernehmlichen Scheidung eine Möglichkeit sein, anhand eines konstruktiven Gesprächs die Ehe zu retten. Ist der kurzzeitige Versöhnungsversuch erfolglos, kann die Ehe noch geschieden werden.

Vertrag wird unterzeichnet

Was ist eine Scheidungsfolgen­vereinbarung?

Eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist eine Vereinbarung zwischen den Eheleuten, welche die Scheidungsfolgen im Falle einer Scheidung regelt. Im Scheidungsantrag muss der Antragsteller erklären, dass die Eheleute Regelungen zum Sorgerecht und den Unterhaltsverpflichtungen gegenüber den gemeinsamen Kindern sowie Regelungen zur Vermögensaufteilung inklusive Ehewohnung und Hausrat getroffen wurden.

Diese Folgen sollten möglichst einvernehmlich geregelt werden, denn sobald eine Folgesache strittig wird, verzögert sich das Scheidungsverfahren. Wird eine Einigung über die Scheidungsfolgensachen erzielt, muss das Gericht auf Antrag eines Ehepartners eine verbindliche Regelung treffen.

Einige Scheidungsfolgen können mündlich geregelt werden, andere hingegen nicht. Regelungen, welche die Vermögensübertragung von Immobilien oder Gesellschaftsanteilen oder den Zugewinnausgleich betreffen, müssen notariell beurkundet sein. Die Notarurkunde wird zusammen mit dem Scheidungsantrag beim Familiengericht eingereicht.

Bedenken Sie auch, dass mündliche Regelungen gesetzlich nicht durchsetzbar sind. Daher empfiehlt sich immer eine schriftliche und notariell beurkundete Vereinbarung. Der Gesetzgeber schreibt hierfür eine spezielle Form vor, die unbedingt eingehalten werden sollte.

Hier können Sie für die einvernehmliche Scheidung ein Muster herunterladen: Formular für Scheidungsfolgenvereinbarung.

Tipp

Um die formale Form der Scheidungsfolgenvereinbarung einzuhalten, empfiehlt eine kompetente Rechtsberatung durch einen Familienrechtsanwalt. Ferner regelt er alles Weitere und nimmt die Beurkundung des Schriftstücks vor

Die Vorteile der einvernehmlichen Scheidung

Ein wichtiger Vorteil der einvernehmlichen Scheidung besteht darin, dass nur ein gemeinsamer Scheidungsanwalt beauftragt werden muss. Dies spart wieder enorme die Kosten einer Scheidung und verkürzt die Dauer der einvernehmlichen Scheidung. Eine strittige Scheidung kann sich hingegen über mehrere Monate bis zu einem Jahr und länger hinziehen. 

Gleichzeitig verursachen die Gerichtsverfahren hohe Anwalts- und Gerichtsgebühren. Insbesondere die zu verhandelnden Folgesachen für Unterhalt und Zugewinnausgleich verzögern die Scheidung ungemein und verursachen horrende Scheidungskosten. 

Jede Folgesache hat dabei einen eigenen Streitwert, nach welchem der Anwalt für Familienrecht und das Gericht die Gebühren veranschlagt. Da bei einer strittigen Scheidung zwei Scheidungsanwälte beauftragt werden, addieren sich die Kosten für eine Scheidung schnell.

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Ein zweiter Anwalt kann hilfreich sein

Selbst wenn die Scheidung im Einvernehmen vollzogen wird und sich die Eheleute über alle Scheidungsfolgen einig sind, kann ein zweiter Anwalt hilfreich sein. Insbesondere dann, wenn der nicht durch einen Anwalt vertretende Ehegatte noch Klärungsbedarf hat. In diesem Fall kann ein unverbindliches Beratungsgespräch durch einen Anwalt für Familienrecht hilfreich sein, um sich einen Überblick über die eigene Rechtssituation zu verschaffen. 

Ein zweiter Anwalt kann auch dann sinnvoll sein, wenn der nicht vertretende Ehegatte geschäftsunerfahren ist und in Geschäfts- und Finanzdingen eher unbeholfen ist. Auch bei größeren Vermögenswerten kann eine zweite objektive Einschätzung durch einen Rechtsexperten im Familienrecht ratsam sein, um Benachteiligungen zu verhindern. 

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