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Scheidung einreichen in Deutschland

  • Redaktion Familienrechtsinfo.de
Frau nimmt Ring vom Finger
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Wie muss man vorgehen bei Scheidung einreichen in Deutschland? Kann man eine Scheidung einreichen ohne Anwalt? Was kostet es, wenn ich die Scheidung einreiche? Wo muss ich die Scheidung einreichen? Wie lange dauert es bis zur Scheidung?

Der folgende Artikel soll Ihnen alle genannten Fragen rund um das Thema „Scheidung einreichen in Deutschland“ beantworten und erklärt Ihnen genau, wie Scheidung einreichen funktioniert. Viele stellen sich die Frage „Was braucht man alles für die Scheidung“ und „Wo reicht man die Scheidung ein“? Gerade bei einer einvernehmlichen oder strittigen Scheidung sind die Kosten einer Scheidung sehr unterschiedlich.

Das Wichtigste in Kürze zu Scheidung einreichen:
  • Um eine Scheidung einreichen zu können, ist ein Rechtsanwalt notwendig. Ein Scheidungsantrag kann nur durch einen Scheidungsanwalt beim zuständigen Familiengericht gestellt werden.
  • Scheidung einreichen ohne Trennungsjahr ist nur möglich, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen, die ein Fortbestehen der Ehe unzumutbar machen.
  • Um alle Scheidungsaspekte und Ansprüche zu berücksichtigen, ist ein Beratungsgespräch beim Rechtsanwalt für Familienrecht bzw. beim Scheidungsanwalt empfehlenswert.
  • Durch eine einvernehmliche Scheidung können Kosten gespart werden, da nur ein gemeinsamer Scheidungsanwalt für beide Ehegatten beauftragt werden muss.
  • Um Kosten für die Scheidung zu reduzieren, sollte eine Scheidungsfolgenregelung vereinbart werden.
  • Prüfen Sie, ob alle Unterlagen für den Scheidungsantrag vorliegen (siehe Auflistung).

Scheidung einreichen – Wie kann man vorgehen?

Sollten Sie den Entschluss gefasst haben, sich endgültig von Ihrem Ehepartner zu trennen, müssen alle Formalitäten erledigt werden. Scheidung einreichen – Wie kann man vorgehen? Wenn man die Scheidung in Deutschland einreichen möchte, hat man verschiedene Möglichkeiten. Zunächst können Sie einen Rechtsanwalt für Familienrecht für eine ausführliche Beratung aufsuchen und diesen mit allen weiteren Schritten beauftragen. 

Ein Erstgespräch beim Scheidungsanwalt ist meist zu einem erschwinglichen Preis unter 200€ erhältlich. In vielen Fällen bieten Anwälte für Familienrecht auch eine kostenlose Erstberatung an. Eine weitere Möglichkeit, die Scheidung in Deutschland einzureichen, ist ein Online-Antrag. Allerdings gilt hier Vorsicht, dass keine Fehler gemacht werden, die einen später teuer zu stehen kommen.

Scheidung online einreichen

Darüber hinaus können scheidungswillige Ehepartner eine Scheidung online einreichen. Hierfür muss lediglich ein Online-Formular mit allen persönlichen Daten ausgefüllt werden. Meist ist ein Online-Scheidungsantrag kostenfrei möglich und kann per Post oder Fax verschickt werden.

Allerdings heißt das nicht, dass eine Scheidung bereits vollzogen ist, denn bei dem Online-Antrag handelt es sich lediglich um eine Anfrage, welche notwendige Informationen an einen Familienrechtsanwalt übermittelt. Auf Basis dieser Angaben kann ein Anwalt für Scheidungen den eigentlichen Scheidungsantrag an das Gericht stellen.

Wichtiger Hinweis

Da jeder Scheidungsfall individuell ist und sich unterscheiden kann, empfehlen wir Ihnen einen Anwalt für Familienrecht zu konsultieren. Anhand einer ausführlichen Beratung können Sie die Scheidung in die richtigen Wege leiten.

Scheidung einreichen – Kosten

Bei Scheidung einreichen entstehen Kosten für das Gericht und den Anwalt. Das Familiengericht verlangt meist vorab beim Einreichen der Scheidung einen sogenannten Gerichtskostenvorschuss. Hat der Antragsteller hingegen Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, dann entfällt dieser Vorschuss. Der Anwalt für die Scheidung wird den Antragsteller daher beim Einreichen der Scheidung zum Zahlen des Gerichtskostenvorschusses auffordern. 

Erfolgt dies nicht, verzögert sich der Ablauf einer Scheidung ungemein. Das zuständige Gericht wird den Scheidungsantrag erst nach Begleichung der Forderung bearbeiten. 

Info zur Verfahrenskostenhilfe

Kann ein Ehegatte die Anwalts- und Gerichtsgebühren für das Scheidungsverfahren nicht zahlen, kann er einen Antrag auf Verfahrenskostenhilfe stellen. Diesen muss er dem Scheidungsantrag beilegen. Damit seine wirtschaftlichen Verhältnisse nachgewiesen werden können, muss er Kopien der Gehaltsbelege, Einkommensteuererklärung oder Bilanzen bei Selbstständigen, Darlehensverträge oder Mietvertrags vorlegen.

Wie berechnen sich die Kosten einer Scheidung?

Die Kosten einer Scheidung berechnen sich durch die Höhe der Anwalts- und Gerichtsgebühren. Diese richten sich nach dem Gegenstandswert des Scheidungsverfahrens.

Möchte man lediglich die Scheidung einreichen, dann wird lediglich der Gegenstandswert berechnet. Müssen hingegen die Scheidungsfolgen geregelt werden, wird für jedes Scheidungsfolgen­verfahren ein eigenständiger Gegenstandswert berechnet. Jene Scheidungsfolgen sind meist für höhere Kosten einer Scheidung verantwortlich. Um diesen Kostenaufwand bestmöglich einzudämmen, empfehlen wir Ihnen, eine einvernehmliche Scheidungs­folgen­vereinbarung aufzusetzen.

In Abhängigkeit zum Gegenstandswert berechnet das Gericht seine Gebühren nach Maßgabe des Gerichtkostengesetzes. Der Rechtsanwalt für Familienrecht nach Maßgabe der Gebührenordnung für Rechtsanwälte.

Bei geringem Einkommen kann jeder Ehegatte Verfahrenskostenhilfe beim Familiengericht beantragen. Kann ein Ehegatte die Kosten der Scheidung nicht selbst tragen, ist der leistungsstärkere Ehegatte verpflichtet, die Kosten vorzuschießen, denn der Kostenvorschuss gilt als Teil seiner Unterhaltspflicht.

Scheidung einreichen und Kosten reduzieren

Gemeinsam die Scheidung einreichen und Kosten reduzieren. Sollten Sie sich zwar im Einvernehmen scheiden lassen, aber trotzdem noch einzelne Scheidungsfolgen (Unterhalt, Zugewinnausgleich, Ehewohnung, Sorgerecht) regeln wollen, sollten Sie unbedingt eine Scheidungs­folgen­vereinbarung treffen. In dieser Vereinbarung können die Ehegatten alles regeln, was für die Trennung und das Scheidungsverfahren relevant ist. 

Eine Scheidungs­folgen­vereinbarung reduziert ungemein die Kosten beim Einreichen der Scheidung. Den Versorgungsausgleich führt das Familiengericht im Regelfall von Amts wegen durch, daher reicht es, den Scheidungsantrag durch einen Scheidungsanwalt zu stellen. Müssen nach der Scheidung weitere Scheidungsfolgen geklärt werden, haben die Ehegatten immer noch die Möglichkeit, die gerichtliche Auseinandersetzung zu betreiben.

Wurde eine Scheidungs­folgen­vereinbarung beurkundet, muss diese von einem Notar beglaubigt werden und die Kopie an das Familiengericht geschickt werden. Sobald der Scheidungsantrag eingereicht wurde, sendet das Gericht die notwendigen Formulare für den Versorgungsausgleich.

Sind die Ehegatten mit der gerichtlichen Regelung der Rentenanwartschaften nicht einverstanden, können sie weitere Anträge stellen. Beachten Sie aber, dass dadurch beim Einreichen der Scheidung weitere Kosten entstehen. Zusätzliche Gebühren und weitere Verhandlungen verzögern das gesamte Scheidungsverfahren.

Scheidung einreichen ohne Anwalt?

Kann man eine Scheidung einreichen ohne Anwalt? In Deutschland ist es nicht unbedingt einfach, eine Scheidung einzureichen. Wer sollte die Scheidung einreichen? Zunächst einmal können Scheidungswillige den Scheidungsantrag nicht ohne Hilfe eines Anwalts für Familienrecht stellen. Ehen können in Deutschland lediglich auf Antrag eines oder beider Ehegatten und durch den Beschluss des Familiengerichts geschieden werden. 

Voraussetzung einer Scheidung ist laut § 124 FamFG ein Scheidungsantrag. Dieser Scheidungsantrag muss durch einen Anwalt beim Familiengericht eingereicht werden. Ein Rechtsexperte im Familienrecht klärt Sie auch über die Kosten einer Scheidung, Unterhaltsansprüche, Sorgerechtsregelungen und die Möglichkeiten einer einvernehmlichen Scheidung im Rahmen einer Mediation auf. Nehmen Sie nun Kontakt mit einem Familienrechtsanwalt in Ihrer Nähe auf!

Scheidung einreichen - Welche Voraussetzungen gibt es?

Ich möchte die Scheidung einreichenWelche Voraussetzungen gibt es? Was macht man für die Scheidung? Wie bereits erwähnt, ist das Einreichen der Scheidung ohne Anwalt nicht möglich. In Deutschland besteht für ein scheidungswilliges Ehepaar daher Anwaltspflicht. 

Besteht Einvernehmen zwischen den Ehegatten, dann ist lediglich ein Anwalt notwendig. Bei einer strittigen Scheidung benötigen beide Ehepartner einen Anwalt für Familienrecht. Doch neben einer Anwaltspflicht müssen die Betroffenen noch weitere Aspekte beachten.

Scheidung einreichen vor Ablauf des Trennungsjahrs?

Wer die Scheidung einreichen möchte, muss bis zum Ablauf des Trennungsjahrs warten. Dies ist Voraussetzung, um einen Scheidungsantrag einzureichen. Der Scheidungsanwalt reicht den Scheidungsantrag meist 3 Monate vor Ablauf der Trennungszeit ein und kalkuliert somit Wartezeiten ein. Allerdings kann diese Vorgehensweise mit einem Risiko verbunden sein, da der Scheidungsantrag rein formal nicht schlüssig ist, da bei Antragstellung nicht alle Voraussetzungen erfüllt wurden. 

Hierbei ist Vorsicht geboten, denn das Familiengericht kann den Antrag zurückweisen, wodurch wiederum zusätzliche Kosten für ein Berufungsverfahren entstehen. Ein weiteres Manko ist, dass durch das verfrühte Einreichen der Scheidung kein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe mehr besteht. 

Um die Kosten für die Scheidung möglichst gering zu halten, sollten Sie daher unbedingt bis zum Ablauf des Trennungsjahrs warten.

Scheidung einreichen ohne Trennungsjahr

Per Gesetz kann eine Scheidung erst dann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Doch was bedeutet letztendlich eine gescheiterte Ehe? Kann man eine Scheidung einreichen ohne Trennungsjahr vollzogen zu haben? Nach deutschem Recht wird das Scheitern einer Ehe anhand des Zerrüttungsprinzips erklärt. Dieses besagt, dass eine Ehe gescheitert ist, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und man einen Fortbestand nicht erwarten kann. 

Anders als in anderen Ländern spielen hierbei die Gründe für das Scheitern oder eine Schuldzuweisung keine Rolle. Da die Gründe für das Scheitern einer Ehe vielfältig sein können und unter Umständen eine Wiederherstellung der Ehe möglich ist, wird das Trennungsjahr als Maßstab herangezogen. Nach Ablauf des Trennungsjahrs geht der Gesetzgeber davon aus, dass die Ehe endgültig gescheitert ist. 

Demzufolge ist es nicht möglich, eine Scheidung einzureichen, ohne ein Trennungsjahr zu vollziehen, es sei denn es liegen schwerwiegende Gründe vor. Eine Scheidung einreichen ohne Trennungsjahr eingehalten zu haben, ist daher nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Für die Blitzscheidung müssen gewichtige Gründe vorliegen, die ein Fortbestehen der Ehe unzumutbar machen.

Das Trennungsjahr

Das Trennungsjahr beginnt meist mit dem Auszug des einen Ehepartners aus der gemeinsamen Ehewohnung. Leben hingegen beide Ehegatten in der Ehewohnung weiter, dann müssen die Lebensbereiche voneinander getrennt sein. Eine gemeinsame Lebensführung muss ausgeschlossen sein.

Wurde das Trennungsjahr vollzogen und besteht beidseitig Einvernehmen bezüglich der Scheidung und deren Folgen, dann gilt die Ehe als gescheitert. Nach Ablauf des Trennungsjahrs kann der Scheidungsantrag vom Rechtsanwalt für Familienrecht eingereicht werden. Besteht hingegen kein beidseitiges Einvernehmen, dann muss dem Richter zusätzlich zum Trennungsjahr das Scheitern der Ehe belegt werden. Diese Verpflichtung entfällt nur, wenn die Eheleute bereits 3 Jahre voneinander getrennt leben. Hält demnach einer der beiden Ehegatten an der Ehe fest, kann sich die Scheidung verzögern.

Näheres zum Trennungsjahr können Sie in unserem Leitartikel „Trennungsjahr“ nachlesen.

Wer sollte die Scheidung einreichen?

Welcher Ehepartner letztendlich die Scheidung einreichen möchte, ist grundsätzlich nicht von Belang. Der Ablauf der Scheidung nimmt stets den gleichen Verlauf und bei einer einvernehmlichen Scheidung beauftragt ein Ehepartner den Scheidungsanwalt, wobei der andere lediglich der Scheidung zustimmt. Möchte der nicht anwaltlich vertretende Ehegatte hingegen Anträge stellen, kann er dies nur über einen Anwalt für Familienrecht tun. Demgemäß kann es auch bei einer einvernehmlichen Scheidung sinnvoll sein, dass beide Eheleute jeweils einen Anwalt engagieren.

Auf die Frage „Wer sollte die Scheidung einreichen in Deutschland?“, gibt es demzufolge keine allgemeingültige Antwort. Im Hinblick auf die Kosten einer Scheidung, macht es hingegen einen Unterschied, ob beide Ehegatten einen Anwalt für Familienrecht beauftragen oder nur einer. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die Frage „Scheidung einreichen – wer zahlt?“ zu berücksichtigen.

Besitzt die Ehefrau Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, dann sollte sie die Scheidung einreichen. Sie hat aber gegen den Ehegatten, falls dieser ein wesentlich höheres Einkommen hat, einen Unterhaltsanspruch, der bei der Berechnung ihres Einkommens berücksichtigt wird und den Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe ausschließen kann.

Dass die Partner nur einen Anwalt beauftragen, ergibt vor allem dann Sinn, wenn sich die Partner einig sind und keine Folgesachen (Unterhalt, Sorgerecht) verhandelt werden. Die Eheleute können sich somit die Kosten für einen zweiten Scheidungsanwalt sparen. Durch die Prozesskostenhilfe fallen nur minimale Kosten für beide Eheleute an.

Wo die Scheidung einreichen?

Der Scheidungsantrag kann nicht bei einem beliebigen Amtsgericht eingereicht werden, daher stellt sich die Frage wo reiche ich die Scheidung ein?

Für eine Scheidung ist prinzipiell das Familiengericht zuständig. Die Rangfolge der Zuständigkeit des zuständigen Familiengerichts bestimmt §122 des Familienverfahrensgesetz. Welches Gericht für Ihre Scheidung zuständig ist, hängt vom letzten gemeinsamen Wohnsitz ab.

  • Leben die beiden Ehegatten innerhalb der Ehewohnung getrennt voneinander, ist das örtliche Familiengericht des Wohnsitzes zuständig.
  • Leben beide Ehepartner an unterschiedlichen Wohnorten und haben keine Kinder, dann ist der Bezirk des gewöhnlichen Aufenthalts des Antraggegners entscheidend. Liegt kein Wohnort vor, dann ist der Wohnort des Antragstellers ausschlaggebend.
  • Sind gemeinsame Kinder vorhanden, dann ist das Gericht des entsprechenden Wohnsitzes zuständig. Ein Grund hierfür ist die Einbindung des Jugendamts.
  • Lässt sich die Zuständigkeit nicht eindeutig bestimmen oder begründen, dann ist das Amtsgericht Berlin-Schöneberg zuständig.
  • Befindet sich einer oder beide Ehegatten im Ausland oder ist ausländischer Staatsbürger, richtet sich die Zuständigkeit für den Scheidungsfall nach der Europäischen Union. Hiernach können die Eheleute das für das Verfahren maßgebliche Recht wählen (gemeinsamer gewöhnlicher oder letzter gewöhnlicher Aufenthalt).

Scheidung einreichen – Dauer und Ablauf

Bei Scheidung einreichen werden Dauer und Ablauf, aber insbesondere auch die Kosten einer Scheidung vom Konfliktpotential der Ehegatten beeinflusst. Ob die Scheidung ein Rosenkrieg wird oder nicht, hängt von der Reaktion der Ehegatten ab. Insbesondere aber von der Reaktion des anderen Ehegatten, der die Scheidung nicht eingereicht hat. Nachdem ein Ehegatte die Scheidung einreicht, sendet das Familiengericht dem anderen Ehepartner den Antrag zu, damit dieser Stellung nehmen kann. 

Hierbei hat er oder sie die Möglichkeit, dem Scheidungsantrag zuzustimmen oder eigene Anträge zu stellen. Werden keine Einwände geäußert oder Folgeanträge gestellt, erfolgt eine einvernehmliche Scheidung. Diese ist um einiges kostengünstiger und weniger zeitaufwendig als eine strittige Scheidung in Deutschland. Daher sollten Sie gemeinsam die Scheidung einreichen und Kosten sparen. 

Scheidung einreichen – Wie vorgehen?

Folgende Schritte beschreiben den Scheidung einreichen Ablauf und wir man bei Scheidung einreichen vorgeht:

  1. Termin für ein Erstgespräch beim Anwalt für Familienrecht vereinbaren.
  2. Scheidungsanwalt den Scheidungsantrag erstellen lassen.
  3. Einreichen des Scheidungsantrags durch den Familienrechtsanwalt.
  4. Gerichtskostenrechnung begleichen, damit das zuständige Gericht mit der Bearbeitung Ihres Scheidungsfalls beginnt.
  5. Gerichtstermin abwarten. Der Ladungstermin wird über den Anwalt übermittelt.
  6. Scheidungstermin und Beschluss durch Gericht.
  7. Nach Ablauf einer Frist von 6 Wochen erhalten die Ehegatten den rechtskräftigen Scheidungsbeschluss, der dadurch rechtskräftig entschieden ist.

Scheidung einreichen – Unterlagen

Natürlich gibt es Unterlagen, die beim Einreichen der Scheidung wichtig sind. Um eine Scheidung einreichen zu können, sind wenige Unterlagen notwendig. Diese müssen dem Scheidungsanwalt entweder persönlich oder postalisch übergeben werden. 

Neben dem Scheidungsantrag ist die Heiratsurkunde und die Geburtsurkunde der Kinder notwendig. Nachdem der Scheidungsantrag eingereicht wurde, nimmt das restliche Verfahren seinen gewohnten Verlauf.

Die Scheidung einreichen – diese Unterlagen sind notwendig:

  • Heiratsurkunde: Sie kann entweder im Original oder als amtlich beglaubigte Abschrift eingereicht werden. Sollten Sie die Heiratsurkunde verlegt haben, können Sie diese beim zuständigen Standesamt kostenpflichtig nachfordern. In manchen Fällen reicht auch ein Auszug aus dem Familienstammbuch.
  • Geburtsurkunde der Kinder: Gab es in der Ehe gemeinsame, minderjährige Kinder, dann werden ebenfalls die Geburtsurkunden im Original oder als beglaubigte Abschriften benötigt.
  • Scheidungs­folgen­vereinbarung oder Ehevertrag: Sofern vorhanden, sind alle Belege zu einvernehmlichen und individuellen Vereinbarungen beizulegen. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung kann bereits vor dem Scheidungstermin vereinbart werden.
  • Vollmacht: Damit ein Scheidungsanwalt vor Gericht voll handlungsfähig ist, benötigt er Ihre Vollmacht. Diese befugt ihn, den Antragsteller gesetzlich zu vertreten.
  • Formulare zur Beantragung des Versorgungsausgleichs.
  • Verfahrens­kostenhilfe­antrag inklusive Gehaltsbelege, Nachweise über Verbindlichkeiten und Mietvertrag.

Zu den obigen Unterlagen, sind beim Einreichen der Scheidung auch persönliche Angaben der Ehegatten notwendig. Beispielsweise muss aus dem Scheidungsantrag auch der letzte gemeinsame Wohnsitz, der Lebensmittelpunkt der gemeinsamen Kinder und wann bzw. wie die Trennung stattfand ersichtlich sein.

Inhalt des Scheidungsantrags

Da der Inhalt des Scheidungsantrags gesetzlich geregelt ist, muss die Antragsschrift folgende Aspekte beinhalten:

  1. Bei gemeinsamen Kindern müssen der Name und die Geburtsdaten der Kinder in den Scheidungsantrag aufgenommen werden. Darüber hinaus müssen Angeben zu ihrem gewöhnlichen Aufenthalt gemacht werden.
  2. Die Ehegatten müssen eine Erklärung abgeben, ob sie Regelungen zu folgenden Punkten vereinbart haben:

Darüber hinaus müssen die Ehegatten eine Erklärung abgeben, ob Familiensachen bei einem anderen Familiengericht noch anhängig sind.

Kindesunterhalt mit der Düsseldorfer Tabelle berechnen

Die Düsseldorfer Tabelle gilt als Richtlinie für die Bemessung der Unterhaltszahlungen, welche zwischen dem Oberlandesgericht Düsseldorf in Abstimmung mit dem Deutschen Familiengerichtstag und anderen Oberlandesgerichten veröffentlicht wurden. Die Düsseldorfer Tabelle ist eine vereinheitlichte Tabelle, welche eine gerechte Rechtsprechung bezüglich der Unterhaltszahlungen gewährleistet.

Die Düsseldorfer Tabelle besteht insgesamt aus 4 Teilen, zu welchem der Ehegattenunterhalt, der Kindesunterhalt, der Verwandtenunterhalt und die Mangelfallberechnung gehören. Nach einer Scheidung leben minderjährige Kinder meist bei einem Elternteil, der seine Unterhaltspflicht durch Betreuungsunterhalt (Verpflegung, Obdach) erfüllt.

Der andere Elternteil muss Kindesunterhalt in Form von Geld leisten. Hierbei spielt einerseits das Einkommen des Elternteils eine wichtige Rolle, andererseits berücksichtigt die Düsseldorfer Tabelle das Alter des Kindes durch festgelegte Altersgruppen. Für die Berechnung des Kindesunterhalts ist das Nettoeinkommen entscheidend und wird mit der Düsseldorfer Tabelle verglichen. Anhand der Einkommensstufen kann die Höhe der Alimente abgelesen werden. Beim Oberlandesgericht Düsseldorf können Sie die Düsseldorfer Tabelle als PDF herunterladen.

Hier downloaden: Düsseldorfer Tabelle PDF.

Einvernehmliche Scheidung

Bestenfalls können sich die Ehegatten einigen, sodass die Trennung im Rahmen einer einvernehmlichen Scheidung ablaufen kann. Gibt es keine strittigen Punkte, kann die Scheidung meist zügig, reibungslos und kostengünstig vollzogen werden. Im Einvernehmen können sich die Eheleute über die Folgesachen einigen. Im Idealfall erstellen sie eine Scheidungs­folgen­vereinbarung.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung in Deutschland reicht es, wenn einer der Ehepartner die Scheidung beantragt. Der andere stimmt der Scheidung nur noch zu. Aufgrund des Anwaltszwangs können Sie keine Scheidung einreichen ohne Anwalt. Allerdings benötigt nur der Antragsteller einen Rechtsanwalt für Familienrecht.

Strittige Scheidung in Deutschland

Können sich die Eheleute nicht einigen, dann muss eine strittige Scheidung vollzogen werden. Die strittige Scheidung ist in Deutschland mit Sicherheit die langwierigste und kostenintensivste Trennung von allen. Hierfür müssen beide Ehegatten einen Scheidungsanwalt beauftragen, um ihre Interessen sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich zu vertreten. 

Je nach individuellem Einzelfall kann das Gericht unterschiedlich reagieren. Widerspricht der Partner dem Scheidungsantrag nur hinsichtlich der Scheidung, prüft das Gericht die Voraussetzungen der Scheidung. Die Scheidung erfolgt durch Beschluss, wenn die Ehe aufgrund der Trennungszeit gescheitert ist.

Ist das Familiengericht der Meinung, dass die Ehe fortsetzbar ist, kann es das Scheidungsverfahren von Amts wegen bis auf die Dauer von einem Jahr aussetzen. Beträgt die Trennungszeit länger als ein Jahr, ist jenes Aussetzen nur durch die Zustimmung beider Eheleute möglich.

Liegen dem Familiengericht Scheidungsfolgesachen vor, dann kann es anordnen, dass die Eheleute einzeln oder zusammen an einer außergerichtlichen Konfliktbewältigung teilnehmen. Dies kann im Rahmen einer Mediation oder einer anderen Möglichkeit geschehen. Wichtig ist, dass dem Gericht eine Bestätigung vorgelegt wird. Der entsprechende Mediator oder eine mögliche Stelle wird vom Familiengericht benannt.

Wie lange dauert es bis zur Scheidung?

Wie lange dauert es, bis man geschieden ist? Im Grunde kann eine einvernehmliche Scheidung sehr schnell über die Bühne gehen. Besteht Einigkeit zwischen beiden Ehegatten, dann kann die Scheidung bereits nach 4 bis 6 Monaten vollzogen sein. Ohne den Versorgungsausgleich verkürzt sich die Dauer der einvernehmlichen Scheidung auf einen bis drei Monate. Eine strittige Scheidung kann sich hingegen über mehrere Monate und sogar bis zu einem Jahr oder länger hinziehen. 

Kann man den Scheidungsantrag zurückziehen?

Kann man den Scheidungsantrag zurückziehen? Ein Scheidungsantrag muss kein endgültiges Urteil sein. Sollten Sie es sich anders überlegen, dann können Sie den Antrag jederzeit zurückziehen. Hierfür genügt eine einfache Erklärung, die dem Familiengericht vorgelegt wird. Doch selbst wenn Sie den Scheidungsantrag zurückziehen, hindert dies den anderen Ehegatten nicht daran, möglicherweise die Scheidung einzureichen.

Die wichtigsten Tipps zum Scheidungsantrag

1. Vorbereitung: Damit das Scheidungsverfahren möglichst zügig verläuft, sollten die Ehegatten sich gut vor der Antragsstellung vorbereiten. Sind sich die Ehegatten vor dem Einreichen des Scheidungsantrags bezüglich der Folgesachen, wie beispielsweise Unterhalt, Zugewinnausgleich oder Sorgerecht, bereits einig, kann die Scheidung schneller vollzogen werden.

2. Unterlagen: Ebenso sollten alle notwendigen Unterlagen für den Scheidungsantrag vorliegen, sodass diese dem Anwalt problemlos übermittelt werden können.

3. Antragsteller: Welcher der beiden Ehegatten letztendlich den Scheidungsvertrag stellt, ist unerheblich. Hinsichtlich des Verfahrens ändert sich nichts. Hat ein Ehepartner Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, sollte er den Scheidungsantrag stellen. Dadurch entstehen noch geringere Kosten für die Scheidung, denn in diesem Fall werden die Anwalts- und Gerichtsgebühren vom Staat übernommen. Abhängig von der wirtschaftlichen Situation des Anspruchsberechtigten werden die Kosten ganz oder teilweise übernommen. Haben sogar beide Ehegatten Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, können zwei Anwälte beauftragt werden. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, dass sich die Eheleute miteinander absprechen, wer die Scheidung einreichen sollte.

4. Timing: Der Antragsteller sollte sich überlegen, wann er den Scheidungsantrag einreicht. Das Zustellungsdatum des Scheidungsantrags an den Ehepartner ist entscheidend für die Festlegung der Stichtage für den Zugewinn- und Versorgungsausgleich. Daher sollte man die finanziellen Vorteile ausloten, indem man den Antrag zum idealen Zeitpunkt stellt.

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