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Das Trennungsjahr vor einer Scheidung

  • Redaktion Familienrechtsinfo.de
Bild zeigt einen Kalender und eine Sanduhr symbolisch für das Trennungsjahr
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Wie lange dauert es bis zur Scheidung? In Deutschland können Ehegatten erst nach Ablauf des Trennungsjahrs die Scheidung einreichen. Mit dem Trennungsjahr möchte das Gesetz dem Ehepaar die Möglichkeit geben, sich Gedanken über die Scheidung und deren Folgen (Unterhalt, Sorgerecht, Zugewinnausgleich) zu machen. Wie lange dauert das Trennungsjahr und wie kann man bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen?

Dieser Artikel gibt einen detaillierten Einblick in das Thema „Trennungsjahr“ und erläutert, ab wann das Trennungsjahr beginnt und wer Anspruch auf Unterhalt im Trennungsjahr hat. Ferner bietet er prägnante Antworten auf die Fragen, was der Zugewinnausgleich bei der Scheidung ist und wie viel eine Scheidung in Deutschland kostet. 

Das Wichtigste in Kürze zum Trennungsjahr:

  • Erst nach Ablauf des Trennungsjahrs können Eheleute die Scheidung einreichen.
  • Die Ehegatten müssen den Beginn des Trennungsjahrs bei der Scheidung nachweisen können. Als Nachweis muss ein spezielles Formular für das Trennungsjahr ausgefüllt und mit dem Scheidungsantrag abgegeben werden. Jetzt Formular für Trennungsjahr downloaden.
  • Während des Trennungsjahrs muss eine Trennung von Tisch und Bett stattfinden, d.h. es darf keine häusliche oder wirtschaftliche Lebensgemeinschaft bestehen.
  • Trennungsunterhalt: Ehegatten mit niedrigem Einkommen haben Anspruch auf Unterhalt im Trennungsjahr.
  • Die Folgesachen einer Scheidung (Unterhalt, Sorgerecht, Zugewinnausgleich, Gütertrennung) können bereits im Trennungsjahr geregelt werden.

Was ist das Trennungsjahr?

Ein Ehepaar kann frühestens nach Ablauf des Trennungsjahrs einen Scheidungsantrag über einen Rechtsanwalt für Familienrecht einreichen. Die Jahresfrist beginnt mit dem Tag der Trennung. In diesem Zusammenhang spielt die Dauer der Ehe keine Rolle. Egal, ob es sich um eine längerfristige oder kurze Ehe handelt, die Ehegatten müssen das Trennungsjahr einhalten. Selbst wenn die Eheleute die sofortige Scheidung wünschen oder die Trennung am Eheschließungstag erfolgt, muss das Trennungsjahr zunächst vollzogen sein. 

Welchen Zweck hat das Trennungsjahr?

Eine Ehe ist im Grunde genommen ein verbindlicher Vertrag, der auf Dauer angelegt ist. Könnte man diesen Vertrag jederzeit auflösen, hätte die Ehe kaum Bestandskraft. Die Institution der Ehe ist vom Gesetzgeber durch strenge Richtlinien geschützt. Eine Scheidung kann erst dann vollzogen werden, wenn das Scheitern der Ehe nachgewiesen wurde. Dies geschieht anhand des Trennungsjahrs, welches als einjährige „Probe- und Bedenkzeit“ vorgesehen ist.

Das Trennungsjahr gibt den Eheleuten die Möglichkeit, sich ausführlich Gedanken über ihr Scheidungsvorhaben und dessen Folgen (Sorgerecht, Unterhalt, Zugewinnausgleich) zu machen. Erst wenn die Ehe als gescheitert gilt, kann sie geschieden werden.

Dies liegt vor, wenn

  • Eine eheliche Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht (objektiver Faktor) und der Fortbestand nicht mehr zu erwarten ist (subjektiver Faktor).
  • Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Ehe gescheitert ist, wenn die Eheleute mindestens ein Jahr getrennt voneinander sind und beide Ehegatten die Scheidung beantragen oder der Antragsgegner der Scheidung zustimmt.
  • Bei einer Trennungszeit von 3 Jahren wird angenommen, dass die Ehe gescheitert ist. Dann kann die Scheidung auch gegen den Willen des Antragsgegners vollzogen werden.
  • Nur in Ausnahmefällen ist eine vorzeitige Scheidung möglich.

Ist das Trennungsjahr Voraussetzung für eine Scheidung?

Bevor eine Scheidung eingereicht werden kann, müssen die Eheleute mindestens ein Jahr getrennt voneinander leben. Demzufolge gilt das Trennungsjahr als Voraussetzung für eine Scheidung. Die gesetzliche Regelung hat selbstverständlich auch einen Sinn und Zweck. Während des Trennungsjahrs sollen sich die Eheleute über die Scheidung und deren Folgen klar werden. 

Insbesondere sollen sie sich aber auch Gedanken darüber machen, ob die eheliche Lebensgemeinschaft tatsächlich endgültig aufgelöst werden soll. Erst nach Ablauf des Trennungsjahrs kann die Scheidung eingereicht werden, denn ab diesem Zeitpunkt betrachtet das Familiengericht die Ehe als gescheitert. Die Eheleute müssen bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen können. Wie Sie das Trennungsjahr bei Scheidung nachweisen, erfahren Sie im entsprechenden Absatz.

Scheidung ohne Trennungsjahr?

Nicht alle Eheleute möchte oder können den Ablauf des Trennungsjahrs aus emotionalen oder psychischen Gründen abwarten und möchten das Trennungsjahr umgehen. Ist eine Scheidung ohne Trennungsjahr möglich? Nur in wenigen Ausnahmefällen ist eine Scheidung ohne Trennungsjahr in Deutschland möglich. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Härtefallscheidungen

Damit eine Härtefallscheidung genehmigt wird, muss der Antragsteller im Trennungsjahr bei der Scheidung nachweisen, dass ein Fortbestand der Ehe unzumutbare Härte für ihn bedeutet. Insbesondere bei außerordentlicher körperlicher Gewalt durch den Ehepartner liegt ein Härtefall vor.

Trennungsjahr umgehen

Bei den Härtefallentscheidungen ist es meist nur einer der Ehepartner, der versucht, das Trennungsjahr zu umgehen. In anderen Fällen, in denen beide Partner so schnell wie möglich geschieden werden wollen, versuchen viele Paare zu tricksen und datieren das Trennungsdatum einfach vor. Es kommt nicht oft vor, dass Familiengerichte das Trennungsdatum nachprüfen. 

Allerdings kann es doch mal zu einer Prüfung kommen und dann wird der gesamte Scheidungsprozess sehr langwierig und teuer. Daher empfehlen wir auf keinen Fall, das Trennungsjahr zum umgehen. Sollte das Trennungsjahr verkürzt werden, hat dies auch Auswirkungen auf andere Bereiche. Es kann zu hohen Steuernachzahlungen führen, das Erbrecht kann früher verfallen und auch die Familienversicherung endet früher.

Kann man das Trennungsjahr verlängern oder verkürzen?

Die Mehrheit der Eheleute wünscht sich weniger, das Trennungsjahr zu verlängern als vielmehr eine Verkürzung zu erzielen. Prinzipiell kann das Trennungsjahr nicht verlängert oder verkürzt werden. Insbesondere eine Verkürzung ist kompliziert. Daher geben die Eheleute beim Familiengericht häufig ein vordatiertes Trennungsdatum ein, um das Trennungsjahr zu verkürzen. In der Regel fällt dies nicht auf, da das Gericht die Aussage der Ehegatten als Beginn des Trennungsjahrs annimmt. 

Problematisch wird es allerdings dann, wenn ein Ehepartner beim Gerichtstermin das tatsächliche Datum preisgibt. Im schlimmsten Fall ist dies ein Verstoß gegen die Wahrheitspflicht und kann strafrechtlich geahndet werden. Wer auf diesem Wege versucht, das Trennungsjahr zu verkürzen, muss mit weiteren Konsequenzen rechnen. Folgendes sollten Sie daher beachten:

  • Der Unterhaltsanspruch kann sich verringern.
  • Abhängig von der gewählten Steuerklasse können steuerliche Nachteile für Sie entstehen.
  • Bei Durchführung des Versorgungsausgleichs kann sich der Zeitraum verkürzen, sodass sich die Rentenansprüche verringern.
  • Nachzahlung von Steuern.
  • Verlust des gesetzlichen Erbrechts.
  • Verlust eventuell genehmigter Verfahrenskostenhilfe.
  • Kostenpflichtige Zurückweisung des Scheidungsantrags.

Möchten die Eheleute das Trennungsjahr verlängern, da sie einen Versöhnungsversuch wagen möchten, ist dies anhand der Ruhendlegung des Scheidungsantrags vor dem Scheidungstermin möglich. Das Scheidungsverfahren kann somit ausgesetzt werden, sodass sich das Trennungsjahr verlängert. Ist der Versöhnungsversuch erfolgreich, haben die Eheleute die Möglichkeit, den Scheidungsantrag zurückzuziehen.   

Trennungsjahr und neuer Partner

Selbst wenn im Trennungsjahr ein neuer Partner vorhanden ist, verkürzt sich das Trennungsjahr nicht. Wird ein uneheliches Kind erwartet, könnte ein Härtefall begründet werden. Ein Härtefall ermöglicht eine Scheidung ohne Trennungsjahr. Doch lediglich die Tatsache, dass im Trennungsjahr ein neuer Partner vorhanden ist, verkürzt das Trennungsjahr nicht.

Wenn im Trennungsjahr ein neuer Partner im Leben eines Ehegatten erscheint, hat dies keine Auswirkungen auf das Trennungsjahr, wohl aber auf den Trennungsunterhalt. Für den unterhaltspflichtigen Ehegatten kann es daher sinnvoll sein, einen Rechtsanwalt für Familienrecht zu konsultieren und dies prüfen zu lassen. 

Trennungsjahr ab wann?

Im Grunde genommen beginnt das Trennungsjahr mit der Äußerung des Trennungswunsches. Allerdings muss man die Äußerung des Wunsches zur Trennung bzw. das Trennungsjahr bei Scheidung nachweisen können. Wann beginnt das Trennungsjahr also rein rechtlich betrachtet? Um das Trennungsjahr bei der Scheidung nachweisen zu können, ist daher ein schriftlicher Beweis sinnvoll. Lassen Sie sich den Nachweis von Ihrem Ehepartner unterschreiben, sodass Sie beim Scheidungsverfahren auf der sicheren Seite sind.

Um klar festlegen zu können, wann das Trennungsjahr beginnt, muss die Trennung unmissverständlich zwischen den Ehegatten kommuniziert und konsequent durchgezogen sein. Demzufolge beginnt die Trennung dann, wenn ein Ehepartner dem anderen klar zu verstehen gibt, dass er sich trennen und vor allem scheiden lassen möchte. Dieses Vorhaben muss unmittelbar umgesetzt werden.

Ein sehr eindeutiges Indiz, ab wann das Trennungsjahr beginnt, ist ein Auszug aus der gemeinsamen Ehewohnung. Doch auch innerhalb der Wohnung kann das Ehepaar getrennt voneinander leben, indem eine Trennung von Tisch und Bett stattfindet. Das heißt, dass die Lebensbereiche getrennt voneinander sein müssen und keine gemeinsamen Aktivitäten stattfinden. Während einer Trennung im gemeinsamen Haus muss jede Partei einen eigenen Haushalt führen. Mehr zum Thema „Trennung in der gemeinsamen Ehewohnung“ erfahren Sie im Verlauf des Artikels.

Warum sollte man den Trennungstermin schriftlich festhalten?

Sie müssen den Beginn des Trennungsjahrs zwar nicht beim Familiengericht oder einer anderen Instanz anmelden, allerdings ist es ratsam, den Trennungstermin schriftlich festzuhalten. Zum einen sollte man den Trennungstermin schriftlich festhalten, da dieser im Scheidungsantrag angegeben werden muss und zum anderen dient er als Beweis. 

Insbesondere dann, wenn ein Ehepartner scheidungsunwillig ist und die Scheidung nicht einvernehmlich stattfindet, ist ein schriftlicher Beweis mit Unterschrift dringend notwendig.  Das entsprechende Formular, um das Trennungsjahr schriftlich festzuhalten, können Sie hier herunterladen: Formular für Trennungsjahr. Ebenso kann ein Anwaltsschreiben zu Beginn des Trennungsjahrs als Beweis dienen. Kontaktieren Sie jetzt einen Anwalt für Familienrecht, um das Trennungsjahr bei Scheidung nachweisen zu können. 

Haben Sie keine schriftliche Grundlage, kann der scheidungsunwillige Ehepartner die Scheidung hinauszögern. Hierfür muss er lediglich behaupten, dass es keine Trennung gab oder einen späteren Zeitpunkt angeben. In diesem Fall gerät der Antragsteller in die Beweispflicht und muss bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen.   

Bei einem Auszug aus der gemeinsamen Ehewohnung liegt allerdings ein eindeutiger Beweis vor, wann das Trennungsjahr beginnt bzw. begonnen hat.

Wie lange dauert es bis zur Scheidung?

Prinzipiell ist eine einvernehmliche Scheidung mit Versorgungsausgleich schnell vollzogen, sodass es nicht lange bis zur Scheidung dauert. Eheleute können davon ausgehen, dass die Scheidung lediglich 4 bis 6 Monate nach Einreichen des Scheidungsantrags dauert. Ohne den Versorgungsausgleich verkürzt sich die Dauer der Scheidung auf einen bis drei Monate. 

Demgegenüber dauert eine strittige Scheidung um einiges länger und verursacht zudem höhere Scheidungskosten. Schlimmstenfalls kann eine strittige Scheidung ein Jahr oder länger dauern.

Wie kann man bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen?

Die Eheleute müssen bei Scheidung das Trennungsjahr nachweisen. Beweispflichtig für den Trennungsbeginn ist der Ehegatte, der den Scheidungsantrag über einen Anwalt eingereicht hat. Doch wie kann man bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen? Um stets auf der sicheren Seite zu sein, sollte der scheidungswillige Ehepartner und Antragsteller dem anderen Ehepartner den Trennungswunsch schriftlich mitteilen und einen Beweis für die Übermittlung des Schriftstücks haben. Hierfür kommen Zeugen, ein Einschreibebeleg, ein Faxprotokoll oder eine Zustellung durch einen Boten infrage.

Das Schreiben muss klar und deutlich formuliert sein sowie die Scheidungsabsicht unmissverständlich erläutern, sodass kein Interpretationsspielraum besteht. Sie können auch hinzufügen, dass Sie zu Gesprächen über Details der Scheidung bereit sind, um eine einvernehmliche Scheidung zu ermöglichen. Eine weitere und wasserdichte Möglichkeit ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts für Familienrecht. 

Sind sich die Eheleute hingegen einig über die Trennung, ist es meist unproblematisch. Probleme entstehen erst dann, wenn einer der Ehegatten die Trennung abstreitet oder einen späteren Trennungstermin angibt. Ab diesem Zeitpunkt ist der Scheidungswillige in der Beweislast und muss bei einer Scheidung das Trennungsjahr nachweisen. Schwierig wird es auch, wenn eine Trennung innerhalb der ehelichen Wohnung erfolgt. Der scheidungsunwillige Ehepartner kann behaupten, dass tägliche Erledigung und Aktivitäten zusammen stattfanden. Gemeinsame Einkäufe, zusammen kochen oder fernsehen reichen aus, um die Trennung abzustreiten.

Trennungsjahr in der gemeinsamen Ehewohnung

Ein Ehepartner kann entweder ausziehen oder während des Trennungsjahrs in der gemeinsamen Ehewohnung verbleiben. Rein rechtlich betrachtet ist dies kein Problem. Allerdings müssen hierfür einige Verhaltensregeln beachtet werden, damit das Trennungsjahr nicht verneint wird. Insbesondere eine häusliche und wirtschaftliche Trennung ist wichtig. Letztendlich sind beide Ehegatten im Trennungsjahr in allen Belangen für sich selbst zuständig und müssen ihre Freizeit allein verbringen.

Sind beide Ehegatten Eigentümer oder Mieter der Ehewohnung, so kann keiner den anderen vor die Tür setzen und ihm den Zutritt zur Wohnung verweigern. Verbietet ein Ehepartner dem anderen den Zutritt zur Wohnung, dann begeht er „verbotene Eigenmacht“ und der ausgeschlossene Ehepartner hat rechtlichen Anspruch auf Wiedereinräumung des Besitzes.

Findet eine Trennung innerhalb der gemeinsamen Wohnung statt, muss der persönliche Hausrat getrennt und die Räumlichkeiten müssen aufgeteilt werden. Der Gesetzgeber verlangt die Trennung von Tisch und Bett, d.h. die Schlafmöglichkeiten sollten unbedingt getrennt sein. Die Gemeinschaftsräume wie Bad und Küche können weiterhin gemeinsam genutzt werden. Jedoch sind gemeinsames Kochen sowie gemeinsame Mahlzeiten und TV-Abende nicht erlaubt. Ferner müssen die Eheleute einen getrennten Haushalt mit separaten Kassen führen. Einkäufe müssen ebenfalls allein getätigt werden und es dürfen keine Versorgungsleistungen erbracht werden (Kochen, Wäsche waschen, zur Arbeit fahren).

Trennungsjahr in der Ehewohnung mit gemeinsamen Kindern

Problematisch kann das Trennungsjahr in der Ehewohnung mit gemeinsamen Kindern werden. Besonders für jüngere Kinder ist die Trennung der beiden Elternteile unverständlich, da sie nach wie vor in derselben Wohnung leben. Ihnen muss erklärt werden, warum die Eltern nicht mehr zusammenleben und viele Aktivitäten nicht mehr gemeinsam gemacht werden können. Gemeinsame Mahlzeiten und Unternehmungen der Eltern und der Kinder sind im Trennungsjahr nur im Rahmen des Umgangsrechts zulässig.

Darüber hinaus müssen Vereinbarungen getroffen werden, wer sich in welcher Weise um die Kinder kümmert. Hierzu zählen Hausaufgaben, Kochen, in die Schule fahren und das gemeinsame Essen.

Ob oder inwieweit die Vereinbarungen im Trennungsjahr in der gemeinsamen Ehewohnung eingehalten werden, bleibt den Eheleuten selbst überlassen. Das Familiengericht prüft die tatsächliche Lebenssituation nicht, sondern nimmt die Aussagen der Eheleute als Grundlage.

Stimmen diese Aussagen überein, wird die Scheidung vollzogen. Stimmen sie nicht überein und möchte ein Ehegatte nicht die Scheidung, kann es problematisch werden.

Ferner ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder während des Trennungsjahrs bestehen bleibt. Jedoch muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, Kindesunterhalt zahlen. Dabei ist der Kindesunterhalt vorrangig, sodass der Ehegattenunterhalt zunächst eine gesonderte Rolle spielt. Maßstab hierfür ist die Düsseldorfer Tabelle, wonach sich die Höhe der Alimente nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen berechnet.

Beachten Sie auch, dass der Kindesunterhalt ab dem Trennungstag möglichst schnell geltend gemacht wird.

Wie wirkt sich ein Versöhnungsversuch auf das Trennungsjahr aus?

Sinn und Zweck des Trennungsjahrs ist es letztendlich, dass die Eheleute nochmals über ihr Scheidungsvorhaben nachdenken können. Dabei beabsichtigt der Gesetzgeber selbstverständlich auch einen Versöhnungsversuch. Doch wie wirkt sich ein Versöhnungsversuch auf das Trennungsjahr aus? 

Die Eheleute haben die Möglichkeit, während des Trennungsjahrs wieder zueinander zu finden. Dabei müssen sie keinesfalls befürchten, dass die laufende Frist des Trennungsjahrs unterbrochen wird. Wird jedoch wieder eine häusliche Gemeinschaft hergestellt, gilt das Trennungsjahr als unterbrochen.

Gemeinsame Treffen oder regelmäßiger Geschlechtsverkehr unterbrechen das Trennungsjahr hingegen nicht. Allerdings ist der Zeitraum für den Versöhnungsversuch auf maximal drei Monate beschränkt. Leben die Eheleute seit mehr als drei Monaten wieder zusammen, geht der Gesetzgeber davon aus, dass keine Trennung mehr vorliegt. Scheitert der Versöhnungsversuch hingegen, dann verlängert sich die Trennungsfrist nicht. Das Trennungsjahr verlängert oder verkürzt sich keinesfalls durch einen Versöhnungsversuch.

Versöhnungsversuch von mehr als 3 Monaten

Anders sieht es hingegen bei einem Versöhnungsversuch von mehr als 3 Monaten aus, denn hierbei geht das Familiengericht von einer endgültigen Versöhnung aus. Haben die Ehegatten nun eine Versöhnung über 3 Monate versucht und scheitert dieser Versuch, dann wurde das Trennungsjahr unterbrochen. Um bei der Scheidung das Trennungsjahr nachweisen zu können, muss dieses vollständig vollzogen sein.

Versöhnungsversuch vor dem Scheidungstermin

Manchmal ist es bereits kurz vor 12, wenn sich die Eheleute in letzter Minute anders besinnen. Was geschieht bei einem Versöhnungsversuch vor dem Scheidungstermin? Wir gehen also davon aus, dass die Eheleute einen Versöhnungsversuch unmittelbar vor dem Scheidungstermin wagen, d.h. es sind keine 3 Monate mehr bis zum Scheidungstermin. 

In diesem Fall kommt es drauf an, ob der Scheidungsantrag zurückgezogen wird oder nicht. Sobald der Antrag zurückgenommen wird, geht das Gericht von einer Versöhnung aus. Scheitert der Versuch anschließend, so müssen die Eheleute erneut ein Trennungsjahr durchlaufen und einen neuen Scheidungsantrag einreichen.

Sowohl die Rücknahme des ersten Scheidungsantrags als auch die Stellung des zweiten Antrags verursachen zusätzliche Kosten bei der Scheidung. Um Scheidungskosten zu sparen, ist es sinnvoll, das Scheidungsverfahren auszusetzen bzw. ruhend zu stellen. Ist der Versöhnungsversuch erfolgreich, kann der Scheidungsantrag auch zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezogen werden oder bei einem gescheiterten Versöhnungsversuch das Scheidungsverfahren fortgesetzt werden.   

Wofür sollte man das Trennungsjahr nutzen?

Abhängig von ihrer individuellen Situation ist es Ihnen überlassen, wofür Sie das Trennungsjahr nutzen sollten. Das Trennungsjahr kann als Bedenkzeit genutzt werden oder als Vorbereitungszeit, um das Scheidungsverfahren in die Wege zu leiten. Laut Gesetzgeber ist das Trennungsjahr als Bedenkzeit zu verstehen, jedoch ist es für viele scheidungswillige Ehepartner die geeignete Zeit, um den Ablauf der Scheidung zu planen. 

Innerhalb dieses Zeitraums können alle Scheidungsfolgen in einer Scheidungs­folgen­vereinbarung geklärt werden. Dies beschleunigt den Ablauf einer einvernehmlichen Scheidung ungemein. Ebenso können sich die Eheleute um alle notwendigen Unterlagen für den Versorgungsausgleich kümmern und einen Beratungstermin bei den entsprechenden Stellen vereinbaren. Was Sie beim Versorgungsausgleich beachten sollen und welche Ansprechpartner Ihnen weiterhelfen, können Sie in unserem Leitartikel zum Thema lesen.

Was kann während des Trennungsjahrs geklärt werden?

Eine Scheidung kann Zeit in Anspruch nehmen und manchmal überraschend kommen. Eine Übersicht der zu treffenden Maßnahmen kann da hilfreich sein. Dieser Abschnitt gibt Ihnen Hinweise, welche Folgesachen während des Trennungsjahrs geklärt werden können. Bei einer Scheidung müssen meist Vermögensangelegenheiten sowie Unterhalts- und Sorgerechtsfragen geklärt werden. 

Alle Fragen zum Umgangs- und Sorgerecht, aber auch die Aufteilung der Ehewohnung und des ehelichen Vermögens können während des Trennungsjahrs einvernehmlich zwischen den Eheleuten geklärt werden.

Mithilfe einer Scheidungs­folgen­vereinbarung können alle Folgen einer Scheidung schriftlich geregelt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Vereinbarung notariell beglaubigt ist. Nur durch die notarielle Beurkundung besteht eine rechtliche Bindung. Bei Haushaltsregelungen benötigen Sie keine Beglaubigung. 

Einigen sich die Eheleute einvernehmlich, können erhebliche Kosten für die Scheidung gespart werden. Wie hoch die Scheidungskosten allgemein sind, kann Ihnen ein Rechtsanwalt für Familienrecht anhand eines Kostenvoranschlags berechnen. Ferner zeigt unser Leitartikel zum Thema „Kosten einer Scheidung“ detailliert auf, mit welchen Kosten gerechnet werden muss und an welcher Stelle Sie diese einsparen können. Grundsätzlich ist eine einvernehmliche Scheidung immer die kostengünstigere Variante.

Der Versorgungsausgleich nach der Scheidung

Grundsätzlich wird der Versorgungsausgleich im Scheidungsverfahren von Amts wegen durchgeführt. Um das Verfahren in die Wege zu leiten, müssen die notwendigen Auskünfte beim Rentenversicherungsträger eingeholt werden. In diesem Zusammenhang muss eine Kontenklärung der Ehegatten erfolgen. Für die Vorbereitung bietet sich bereits das Trennungsjahr an, denn die Kontenklärung kann beim Einreichen des Scheidungsantrags erfolgen. 

Die Rentenversicherung wird Ihnen auf Anfrage das entsprechende Formular im Trennungsjahr zukommen lassen. Eine weitere Möglichkeit, die Formulare im Trennungsjahr zu erhalten und den Prozess des Versorgungsausgleichs zu beschleunigen, sind bundesweit ehrenamtlich tätige Versicherungsberater und Versichertenälteste sowie die Gemeinde- und Stadtverwaltung. Kontaktieren Sie diese, um die Formulare im Trennungsjahr zu erhalten.  Dadurch beschleunigt sich das Scheidungsverfahren ungemein.  

Versicherungen während dem Trennungsjahr prüfen

Überprüfen Sie während des Trennungsjahrs auch die gemeinsamen Versicherungen mit Ihrem Ehegatten, denn diese sollten frühzeitig im Rahmen der Kündigungsfristen gekündigt werden. Sind Sie bei Ihrem Ehegatten mitversichert oder Ihr Ehegatte bei Ihnen in der gesetzlichen Familienversicherung krankenversichert, sollte sich der Mitversicherte um eine eigene Versicherung kümmern. Die gemeinsame Versicherung endet 3 Monate nachdem die Scheidung in Kraft tritt. 

Aufteilung der Ehewohnung

Ein häufiger Konfliktpunkt ist die Aufteilung der Ehewohnung. Innerhalb des Trennungsjahrs kann auch geklärt werden, wer in der Ehewohnung verbleiben kann. Handelt es sich um eine Eigentumswohnung, muss entschieden werden, wer den anderen auszahlt. Bei einer Immobilie, an der beide Ehegatten hälftig Miteigentum haben, ist eine alleinige Finanzierung durch einen Ehegatten nach der Scheidung oft nicht möglich. In diesem Fall muss im Trennungsjahr überlegt werden, wie die Immobilie bestmöglich verkauft werden kann oder ob eine Vermietung des Objekts in Frage kommt.

Bewohnen die Eheleute eine Mietwohnung, muss im Trennungsjahr geklärt werden, inwieweit der Vermieter den ausziehenden Ehegatten aus dem Mietvertrag befreit. Möchte der Vermieter den Ehegatten nicht aus dem Mietvertrag austragen, ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Eheleuten notwendig. Obschon die gemeinsame Haftung der Ehegatten gegenüber dem Vermieter verbleibt, kann der ausgezogene Ehepartner im Notfall den in der Wohnung verbleibenden Ehegatten durch die schriftliche Vereinbarung in Regress nehmen.

Vermögensverhältnisse klären während des Scheidungsjahres

Ebenso sollten Sie während des Trennungsjahrs die Vermögensverhältnisse klären und wichtige Dokumente sichern. Obschon der Exehepartner auf Anfrage Auskunft über die Vermögensverhältnisse geben muss, werden in der Praxis häufig nicht alle Vermögenswerte offengelegt. Dies kann zu erheblichen Nachteilen bei der Vermögensaufteilung (siehe auch Gütertrennung, Ehevertrag, Zugewinnausgleich) führen. 

Daher ist es meist empfehlenswert, die entsprechenden Unterlagen einzusehen und eine Kopie zu erstellen. Insbesondere Gehaltsabrechnungen, Versicherungsverträge oder Papier für die Altersvorsorge oder Unterlagen über Konten, Depots und andere Geldanlagen sind wichtig.

Trennungsjahr gemeinsames Konto

In den meisten Ehen haben die Ehepartner ein gemeinsames Konto oder verfügen über eine Kontovollmacht über das Konto des Ehepartners. Von dem gemeinsamen Konto sollten Sie sich so schnell wie möglich verabschieden und Ihr eigenes Konto eröffnen. Sollte Ihr Partner bisher eine Vollmacht für Ihr Konto gehabt haben, wiederrufen Sie diese für Ihr Konto bei Ihrer Bank.

Was ist Zugewinnausgleich bei Scheidung?

Wird eine Zugewinngemeinschaft zwischen zwei Eheleuten beendet, so erfolgt ein Zugewinnausgleich bei Scheidung. Das heißt, dass der Ehepartner, der während der Ehe weniger Vermögen erwirtschaftet hat, vom anderen Ehepartner einen Zugewinnausgleich erhält. Dabei wird das Anfangsvermögen jedes Ehegatten mit seinem Endvermögen verglichen. Der Ehegatte mit mehr Vermögen muss dem anderen die Hälfte als Zugewinnausgleich auszahlen. 

Wichtig ist es dabei auch, dass der Zugewinnausgleich vom wirtschaftlich schwächer gestellten Ehegatten beantragt werden muss. Erfolgt keine Beantragung, dann ist der andere Ehegatte nicht zum Ausgleich verpflichtet.

Wer hat Anspruch auf Unterhalt im Trennungsjahr?

Während des Trennungsjahrs müssen beide Ehegatten einen eigenen Haushalt führen und für ihre finanziellen Ausgaben selbst aufkommen. Wer hat Anspruch auf Unterhalt im Trennungsjahr? Oftmals ist ein Ehepartner wirtschaftlich schlechter gestellt als der andere, sodass die Gesetzgebung einen Ausgleich in Form des Trennungsunterhalts vorsieht. Demzufolge erhält der betroffene Ehegatte im Trennungsjahr Unterhalt. Dabei ist es wichtig, dass Sie den Anspruch auf Unterhalt bis zur Scheidung schnell klären, da er nur auf Antrag gezahlt wird.

Dem nichterwerbstätigen Ehepartner steht im Trennungsjahr Unterhalt von 3/7 des Nettoeinkommens des Unterhaltspflichtigen zu. Hinzugerechnet wird die Hälfte seiner sonstigen Einkünfte. Als sonstige Einkünfte gelten Zinseinkünfte, Mieteinnahmen und Verpachtungen, Wohnwertvorteile, Steuerrückzahlungen und alle weiteren Einnahmen. Abgezogen wird hingegen der Kindesunterhalt, Kredite, Versicherungen, private Altersvorsorgebeiträge und 5 % berufsbedingte Aufwendungen. Sind beide Ehegatten erwerbstätig, findet eine Gegenüberstellung der Einkünfte statt. Ferner steht jedem unterhaltspflichtigen Ehepartner ein Selbstbehalt von monatlich 1.200 Euro zu (Stand 2019).

Zweck dieser Regelung ist es, beide Ehegatten finanziell ungefähr auf den bisherigen Stand zu bringen. Der Trennungsunterhalt wird allerdings nur während des Trennungsjahrs gestellt und endet mit dem Tag der Scheidung. Ab diesem Zeitpunkt kann der nacheheliche Unterhalt in Betracht gezogen werden. Jedoch besteht nicht für alle Ehepartner ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nach dem Trennungsjahr.  

Berechnen Sie mit unserem Ehegattenunterhaltsrechner Ihren Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Unterhalt anhand der Düsseldorfer Tabelle festlegen

Die Berechnung des Trennungsunterhalt erfolgt entweder gerichtlich oder außergerichtlich. Wie die Ehegatten den Trennungsunterhalt letztendlich festsetzen, ist ihnen selbst überlassen. Der Unterhalt im Trennungsjahr und nach der Scheidung wird anhand der Düsseldorfer Tabelle festgelegt, welche sowohl Berechnungsgrundlage für den Kindes- als auch den Ehegattenunterhalt ist. Bei gemeinsamen Kindern bleibt das Sorgerecht zunächst für beide Ehegatten auch während des Trennungsjahrs bestehen. 

Allerdings muss der Ehepartner, der nicht mit den Kindern in einer Wohnung lebt, Kindesunterhalt zahlen. Dieser wird ebenfalls anhand der Düsseldorfer Tabelle bemessen und ist ab dem Tag der Trennung zu leisten. Obschon der Anspruch auf Unterhalt ab dem Tag der Trennung besteht, muss der Kindesunterhalt durch einen Antrag geltend gemacht werden. 

Wird der Trennungsunterhalt außergerichtlich geregelt, dann sind auch von der Düsseldorfer Tabelle abweichende Vereinbarungen oder ein Verzicht möglich. Der Verzicht auf Trennungsunterhalt darf keinesfalls auf Kosten des Staates und der Sozialkassen erfolgen. Ausführliche Informationen und Hinweise zum Thema „Trennungsunterhalt in Deutschland“ erhalten Sie in unserem verlinkten Artikel.

Der Zugewinnausgleich spielt während des Trennungsjahrs zunächst keine Rolle und findet erst bei der Scheidung statt. Daher müssen beide Eheleute ihr Vermögen am Trennungstag offenlegen.

Hier können Sie die Düsseldorfer Tabelle als PDF herunterladen, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Trennungsjahr und Steuerklasse

Ein weiterer wichtiger Aspekt während des Trennungsjahrs ist die Steuerklasse. Welche Auswirkungen hat das Trennungsjahr auf Steuerklasse, Unterhalt oder das Sorgerecht? Im Grunde genommen kann sich die Steuerklasse im Trennungsjahr ändern, was meistens Vorteile für den weniger Verdienenden und Nachteile für den besserverdienenden Ehegatten hat. Die Änderung der Steuerklasse im Trennungsjahr steht dabei auch in direktem Bezug zum Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt, welche beide anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnet werden.

Welche Auswirkungen hat das Trennungsjahr auf die Steuerklasse?

Während der aufrechten Ehe können die Ehegatten Steuervorteile nutzen, sodass der besserverdienende Ehepartner weniger Abgaben leisten muss. Hierfür wird ein gemeinsamer Antrag der einkommensteuerlichen Zusammenveranlagung gestellt. Welche Auswirkungen hat das Trennungsjahr auf die Steuerklasse und die bestehenden steuerrechtlichen Vorteile der Ehegatten?

Eheleute können grundsätzlich entscheiden, ob sie ihre Einkünfte getrennt oder zusammen versteuern möchten. Im Trennungsjahr können sie weiterhin wählen. Somit können die Eheleute auch im Trennungsjahr eine einvernehmliche Einigung über den Kindesunterhalt (Berechnungsgrundlage ist die Düsseldorfer Tabelle), das Sorgerecht und die Steuerklasse erzielen.

Der besserverdienende Ehegatte kann in eine höhere Steuerklasse (III) wechseln, sodass ihm Abgaben erlassen werden, wohingegen der Ehegatte mit geringem Einkommen keine Befreiung hat (Steuerklasse V). Im Trennungsjahr kann aber ein Ehegatte eine Einzelveranlagung mit Wechsel der Steuerklasse beantragen. Somit kann der Ehepartner mit geringem Einkommen steuerliche Vorteile mit Rückerstattungen erlangen und der besserverdienende Ehegatte muss oft mit hohen Nachzahlungen rechnen.

Dies kann jedoch dadurch vermieden werden, dass der Ehepartner mit hohem Einkommen Trennungsunterhalt an den anderen Ehegatten zahlt. Wie hoch der Trennungsunterhalt ausfällt, kann anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnet werden.

Steuerklasse nach Trennungsjahr

Die Eheleute können während der Trennung die Steuerklasse wählen. Doch welche Steuerklasse gilt nach dem Trennungsjahr? Nachdem Ablauf des Trennungsjahrs gilt Steuerklasse IV für beide Ehegatten. Hierfür ist immer der 1. Januar des Jahres maßgeblich, der auf das Trennungsjahr folgt.

Lediglich der steuerliche Veranlagungszeitraum zum 1. Januar des Folgejahrs spielt eine Rolle. Durch den Wechsel der Steuerklasse nach dem Trennungsjahr hat der besserverdienende Ehegatte ein geringeres Nettoeinkommen, wohingegen der andere Ehepartner mit einem höheren Einkommen rechnen kann.

Welche Auswirkung hat ein Versöhnungsversuch im Trennungsjahr auf die Steuerklasse?

Obwohl ein Versöhnungsversuch von mehreren Wochen bis zu drei Monaten scheidungsrechtlich keine Nachteile birgt, so unterbricht er aber steuerrechtlich das Trennungsjahr. Eine steuerrechtliche Konsequenz ist daraus, dass kein Lohnsteuerwechsel im Folgejahr stattfindet. Demzufolge kann ein „kurzer Versöhnungsversuch“ steuerrechtliche Vorteile mit sich bringen. Leistet der Ehegatte mit höherem Einkommen trotz Steuerklasse III und V keinen Trennungsunterhalt, müssen die steuerrechtlichen Nachteile des anderen Ehepartners ersetzt werden.

Wie viel kostet eine Scheidung in Deutschland?

Grundsätzlich ist eine einvernehmliche Scheidung immer kostengünstiger als eine strittige Scheidung. Ferner ist der Ablauf einer Scheidung unkomplizierter und schneller, wenn sich beide Ehegatten im Einvernehmen scheiden lassen. Wie viel eine Scheidung in Deutschland kostet, ist demnach abhängig davon, ob eine einvernehmliche oder strittige Scheidung vorliegt. Darüber hinaus sind die Kosten einer Scheidung auch vom Umfang der zu klärenden Folgesachen (Sorgerecht, Kindesunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Zugewinnausgleich) abhängig. Herrscht zwischen Ihnen und Ihrem Ehepartner grundsätzlich Einvernehmen bezüglich der Scheidungsfolgen und liegen nur einige wenige Unstimmigkeiten vor, können Sie diese Konflikte im Rahmen der Mediation klären.

Was geschieht nach Ablauf des Trennungsjahrs?

Das Trennungsjahr wurde ordnungsgemäß vollzogen. Was geschieht nach Ablauf des Trennungsjahrs? Handelt es sich um eine einvernehmliche Scheidung, dann kann bereits vier Wochen vor Ablauf des Trennungsjahrs die Scheidung eingereicht werden. Bei gegenseitigem Einvernehmen benötigt das Gericht keinen weiteren Beweis. 

Anders sieht es aus, wenn ein Ehegatte sich nicht scheiden lassen möchte. Schlimmstenfalls kann die Trennungszeit auf 3 Jahre verlängert werden. Um nach Ablauf des Trennungsjahrs die Scheidung zu vollziehen, muss bewiesen werden, dass eine Wiederaufnahme der Ehe völlig ausgeschlossen ist. Eine Begründung dafür könnte eine neue Partnerschaft sein. In der Rechtspraxis wird die Ehe meist nach Ablauf des Trennungsjahrs geschieden, selbst wenn sich der andere Ehegatte widersetzt.

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