Scheidungsantrag in Deutschland

Nach Ablauf des Trennungsjahrs kann man in Deutschland den Scheidungsantrag stellen. Hierfür muss der Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht eingereicht werden, um das Scheidungsverfahren einzuleiten. Der folgende Artikel gibt Ihnen Antworten auf Fragen, wie hoch die Kosten für den Scheidungsantrag in Deutschland sind, wie lange die Dauer der Zustellung in Anspruch nimmt und vieles mehr rund um den Scheidungsantrag. 

Inhaltsverzeichnis

Wie kann man in Deutschland einen Scheidungsantrag stellen?

Im Grunde genommen kann man auf verschiedene Varianten einen Scheidungsantrag stellen. Beispielsweise kann eine Online-Scheidung über ein Formular beim gewünschten Anwalt eingereicht werden oder der Scheidungsantrag per E-Mail, Post oder Fax an den Anwalt gesendet werden.

In Deutschland besteht jedoch Anwaltspflicht, sodass der Scheidungsantrag auf jeden Fall über diesen gestellt werden muss. Wie die notwendigen Informationen übermittelt werden, ist dabei zunächst irrelevant und von der Arbeitsweise des Anwalts abhängig.

Ganz gleich, wie Sie die Daten und Informationen an den Anwalt weiterleiten, er wird diese auf jeden Fall in Schriftform in einem Scheidungsantrag an das Gericht weiterleiten. Bestenfalls nehmen Sie vorab ein ausführliches Beratungsgespräch war, um alle notwendigen Angaben für den Scheidungsantrag machen zu können.

Warum brauche ich einen Anwalt für den Scheidungsantrag?

Ohne Anwalt können Sie sich in Deutschland nicht scheiden lassen und keinen Scheidungsantrag stellen. In Deutschland herrscht Anwaltszwang bei einer Scheidung. Darüber hinaus ist ein Rechtsanwalt stets eine Hilfe, da in einem Scheidungsverfahren häufig juristisch irrelevante Fakten vorgetragen werden. Der Anwalt filtert die entsprechenden Informationen und notiert, was für den Scheidungsantrag wichtig ist. Demzufolge kann ein Antragsteller nur mit einem Anwalt einen Scheidungsantrag stellen. Der Rechtsanwalt unterschreibt den Scheidungsantrag und leitet diesen anschließend an das zuständige Familiengericht weiter. Hierfür benötigt er jedoch auch eine Vollmacht seines Mandanten.

Wann wird ein Anwalt vom Gericht gestellt?

Wird der Antragsgegner in einem Scheidungsverfahren nicht von einem Rechtsanwalt vertreten, dann stellt ihm das Gericht von Amts wegen, einen Rechtsanwalt. Somit erhält der betroffene Ehegatte die Möglichkeit, seine Rechte wahrzunehmen. Diese Maßnahme dient als Schutz des Gerichts. Macht es den Anschein, dass der Antragsgegner nicht in der Lage ist, seine Rechte im Verfahren zu vertreten, ist das Gericht verpflichtet, ihm einen Anwalt zu stellen.

Voraussetzungen für das Stellen eines Scheidungsantrags

Die Ehe kann nur über Scheidungsantrag und richterlichen Entscheid geschieden werden. Um die Ehe scheiden zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss die Ehe als gescheitert gelten, d.h. die eheliche Lebensgemeinschaft darf nicht mehr bestehen und es sollte auch in Zukunft keine Fortführung der Ehe zu erwarten sein. Außerdem müssen die Eheleute bis zum Ablauf des Trennungsjahrs warten, um den Scheidungsantrag stellen zu können. In besonderen Fällen und bei einem Härtefall kann der Scheidungsantrag auch vor Ablauf des Trennungsjahrs sofort eingereicht werden.

Der Anwalt erläutert im Scheidungsantrag die Voraussetzungen für eine Scheidung, trägt den Zeitpunkt der Trennung vor und notiert gegebenenfalls die notwendigen Beweise. In Deutschland ist die Scheidung ein geregeltes Verfahren und folgt daher beim Ablauf der Gesetzgebung. Möchten Sie die Dauer des Scheidungsverfahrens verkürzen, sollten Sie einen Scheidungs­folgen­vereinbarung mit Ihrem Ehepartner treffen. In der Scheidungs­folgen­vereinbarung werden alle Scheidungsfolgen geregelt.

Welche Unterlagen benötigt der Anwalt für den Scheidungsantrag?

Bevor der Anwalt den Scheidungsantrag stellen kann, benötigt er einige wichtige persönliche Daten und Informationen von seinem Mandanten. Dabei sind für die Antragstellung folgende Unterlagen und Daten notwendig:

  • Persönliche Daten der Ehegatten (Nachname, Vornamen, Straße, Postleitzahl und Ort des Wohnsitzes, Staatsangehörigkeit).
  • Die Adresse des letzten gemeinsamen Wohnsitzes der beiden Ehepartner.
  • Angaben zur Eheschließung (Nummer der Heiratsurkunde, Ort und Datum)
  • Angaben zur Scheidung (Name des Antragstellers, Datum der Trennung, persönliche Angaben zu gemeinsamen Kindern und Angaben zu deren gewöhnlichem Aufenthalt, Regelungen zum Sorgerecht, Zustimmung zur Scheidung vom anderen Ehepartner, ggf. Eheverträge oder Regelungen zum Versorgungsausgleich, Angaben zum Eigentum, Nettoverdienst jedes Ehepartners, Verbindlichkeiten, Vermögen).

Welche Scheidungsunterlagen braucht man für einen Scheidungsantrag?

Die folgenden Scheidungsunterlagen werden hauptsächlich bei einer einvernehmlichen Scheidung in Deutschland benötigt. Doch bei einer strittigen Scheidung kann es passieren, dass weitere Unterlagen vorgelegt werden müssen. Bei der einvernehmlichen und strittigen Scheidung werden folgende Scheidungspapiere benötigt:

  • Heiratsurkunde bzw. Stammbaum als Original oder beglaubigte Kopie
  • Geburtsurkunden der minderjährigen Kinder
  • Gegebenenfalls Ehevertrag und/oder Scheidungs­folgen­vereinbarung
  • Vereinbarungen und Regelungen zu Kindschaftssachen (Umgangsrecht, Kindesunterhalt, Sorgerecht), Versorgungsausgleich, Ehegattenunterhalt, Ehewohnung und Hausrat
  • Formulare für den Versorgungsausgleich
  • Formular „Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse“ für die Bewilligung der Verfahrenskostenhilfe
  • Die Vollmacht/Einverständniserklärung für den Rechtsanwalt

Ob Sie für Ihre individuelle Situation weitere Unterlagen benötigen, kann Ihnen Ihr Anwalt für Familienrecht mitteilen. Welche Unterlagen vorliegen müssen, richtet sich auch nach ihrer persönlichen Lage.

Kann ich ohne Scheidungsantrag die Scheidung einreichen?

Nein, das Scheidungsverfahren kann nicht ohne den Scheidungsantrag eingeleitet werden. Die Ehe gilt als vertraglich geschützt in Deutschland und muss unbedingt über einen Antrag und ein anständiges Scheidungsverfahren geschieden werden. Jeder Ehepartner geht mit der Ehe eine vertragliche Verpflichtung ein, die das Gesetz genau definiert. Laut Rechtsprechung ist die Ehe auf Lebenszeit geschlossen und beide Ehepartner sind zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Möchte sich ein Ehegatte dieser Verpflichtung entziehen, muss er die Ehe auf rechtlichem Wege über einen Scheidungsantrag scheiden lassen.

Die Scheidung ist nur über das Scheidungsverfahren möglich, jedoch können die Ehepartner entscheiden, ob sie sich im Einvernehmen oder in einem strittigen Verfahren scheiden lassen möchten. Zu den ehelichen Verpflichtungen zählt vor allem auch die Verantwortung für gemeinsame Kinder und finanzielle Verpflichtungen, die Verwaltung des gemeinsamen Vermögens und die Altersvorsorge. Sobald die eheliche Gemeinschaft aufgelöst wird, müssen neue Regelungen getroffen werden. Im Scheidungsverfahren werden dann Sorgerechts-, Vermögens- und Unterhaltsfragen geklärt. Ebenso werden Vereinbarungen zum Umgang mit den gemeinsamen Kindern getroffen und ein Zugewinn- und Versorgungsausgleich durchgeführt.

Inhalt des Scheidungsantrags in Deutschland

Der Scheidungsantrag muss folgende Punkte enthalten:

  • Name und Geburtsdaten der gemeinsamen Kinder und deren gewöhnlichen Aufenthalt
  • Erklärung, ob zu den Scheidungsfolgen eine Vereinbarung getroffen wurde:
  • Sorgerecht
  • Umgangsrecht
  • Kindesunterhalt
  • Ehegattenunterhalt
  • Rechtsverhältnis an der Ehewohnung
  • Rechtsverhältnis am Hausrat

Außerdem muss erläutert werden, ob andere Familienangelegenheiten bei einem anderen Familiengericht anhängig sind. Meist werden die Folgesachen zusammen verhandelt und entschieden. Dies bezeichnet man als sogenanntes Verbundverfahren.

Wo reiche ich die Scheidung ein?

Der Scheidungsantrag muss von einem Anwalt beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden. Zuständig ist dabei das Gericht des letzten gemeinsamen Wohnsitzes der Ehepartner. Da Sie im Scheidungsverfahren keine Anträge stellen können, muss dies ein Anwalt für Sie übernehmen. Auf die Frage „Wo reiche ich die Scheidung ein?“, würde die Antwort daher lauten: Bei Ihrem gewünschten Anwalt für Familienrecht.

Sobald Sie die Scheidung beantragen möchten, müssen Sie auch vorab die Gerichtskosten beim Gericht zahlen. Sollten Sie über ein geringes Einkommen und wenig Vermögen verfügen, können Sie Verfahrenskostenhilfe beantragen. In diesem Fall werden die Kosten vom Staat übernommen. Wurde die rechtskräftige Scheidung ausgesprochen, muss der Antragsteller und der andere Ehepartner jeweils die Hälfte der Gerichtskosten tragen.

Welches Gericht ist zuständig?

Prinzipiell brauchen Sie nicht nach dem zuständigen Gericht suchen, denn dies prüft ebenfalls Ihr Anwalt. Nachdem er überprüft hat, welches Familiengericht für die Scheidung zuständig ist, reicht er den Scheidungsantrag an entsprechender Stelle ein. Die Zuständigkeit richtet sich dabei nach folgender Reihenfolge:

  • Familiengericht, in dessen Bezirk einer der Ehepartner mit den Kindern seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, sofern die Kinder beim anderen Ehepartner keinen gewöhnlichen Aufenthalt haben.
  • Familiengericht, in dessen Bezirk die Ehepartner zuletzt ihren gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt hatten.
  • Familiengericht, in dessen Bezirk der Antragsgegner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
  • Familiengericht, in dessen Bezirk der Antragssteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
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Wann kann man die Zuständigkeit des Gerichts wählen?

In einigen Fällen können die Eheleute auch die Zuständigkeit des Gerichts wählen. In Deutschland sind die Scheidungskosten überall gleich, somit spielt es keine Rolle, wer von beiden Ehepartner die Scheidung einreicht. Kosten können dadurch nicht gespart werden. Bei der einvernehmlichen Scheidung spielt es jedoch eine Rolle, wer die Scheidung einreichen möchte. Abhängig davon bestimmt sich die Zuständigkeit des Gerichts.

Dann können die Eheleute entscheiden, ob das Scheidungsverfahren beim Familiengericht im Bezirk des Wohnsitzes der Frau oder des Mannes vollzogen werden soll. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn keine gemeinsamen minderjährigen Kinder vorhanden sind und die Eheleute nach der Trennung aus dem Bezirk weggezogen sind, in dem sie ihre Ehewohnung hatten. Möchten beide die Scheidung so schnell wie möglich vollziehen, können die Eheleute das Gericht wählen, welches die Scheidung schneller vollzieht.

Scheidungsantrag im Ausland einreichen?

Manchmal kommt es auch vor, dass ein Ehegatte ins Ausland zieht. Reicht nur der in Deutschland lebende Ehepartner die Scheidung ein, kann es zu Komplikationen kommen. Prinzipiell dürfen die deutschen Gerichte im Ausland keinen Scheidungsantrag zustellen. Deswegen geschieht die Zustellung entweder nach völkerrechtlichen Verträgen oder durch die zuständige diplomatische und konsularische Vertretung des Bundes. In der EU gilt darüber hinaus auch eine vorrangige Zustellungsverordnung, da die Zustellung des Scheidungsantrags bis zu einem Jahr dauern kann.

Scheidung einreichen – wie läuft die Antragstellung ab?

Nachdem der Rechtsanwalt des antragstellenden Ehegatten den Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht eingereicht hat, stellt das Gericht dem anderen Ehepartner den Antrag zu. Außerdem legt das Gericht ein Aktenzeichen an. Die Zustellung des Scheidungsantrags an den anderen Ehepartner erfolgt, nachdem der Antragsteller die Gerichtsgebühren gezahlt hat, es sei denn er hat Verfahrenskostenhilfe beantragt. Wurde Verfahrenskostenhilfe beantragt, dann erhält der Antragsgegner den Scheidungsantrag zunächst formlos zur Stellungnahme.

Dem Antrag ist auch eine Erklärung über die Scheidungsfolgen anzuhängen. Ist eine Scheidungsfolge streitig, muss die Regelung dieser durch einen Antrag beantragt werden. Der Scheidungsantrag kann jedoch erst wenige Wochen vor Ende des Trennungsjahrs eingereicht werden. Die Dauer der Zustellung des Scheidungsantrags ist abhängig vom Gericht. Wie lange dauert es bis der Scheidungsantrag zugestellt wird? Das Gericht stellt dem anderen Ehepartner erst dann den Antrag zu, wenn geklärt wurde, dass das Trennungsjahr ordnungsgemäß vollzogen wurde. In Deutschland kann der Scheidungsantrag jederzeit zurückgezogen werden. Hierfür muss der antragsstellende Ehepartner eine Erklärung bei Gericht abgeben. Sobald das Gericht den Antrag an den anderen Ehepartner zugestellt hat, wird der Antrag rechtshängig.

Gibt es Einschränkungen beim Einreichen des Scheidungsantrags?

Prinzipiell gibt es keine Einschränkungen, wenn ein Ehepartner die Scheidung einreichen möchte. Selbst wenn ein Ehepartner in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist, hat der die Möglichkeit die Scheidung über einen Anwalt einzureichen. Ist er hingegen geschäftsunfähig (dement oder unter Betreuung), muss er sich von einem gesetzlichen Vertreter unterstützen lassen. Der Vertreter muss zusätzlich die Genehmigung des Familien- und Betreuungsgerichts haben.

Wie lange dauert es bis der Scheidungsantrag zugestellt wird?

Die Dauer der Zustellung des Scheidungsantrags ist davon abhängig, ob der Zeitpunkt des Ablaufs des Trennungsjahrs nachweislich geklärt ist und die Gerichtsgebühren gezahlt wurden. Das Gericht stellt den Antrag erst nach Begleichung der Gerichtskosten zu. Der Antragsteller muss demnach bei der Gerichtskasse den Gerichtskostenvorschuss zahlen, bevor eine förmliche Zustellung des Scheidungsantrags durch das Gericht erfolgt. Dieser erhält den Scheidungsantrag in einem gelben Briefkuvert. Dabei ist auch zu beachten, dass der beauftragte Anwalt des Antragsstellers ebenfalls einen Vorschuss erwartet.

Kosten des Scheidungsantrags

Im Grunde entstehen direkt keine Kosten für den Scheidungsantrag, da die Kosten für das gesamte Verfahren ermittelt werden. Die Kosten einer Scheidung sind vom Verfahrenswert abhängig, denn anhand dessen Wert werden die Anwalts- und Gerichtskosten ermittelt. Spezifische Kosten für den Scheidungsantrag gibt es in Deutschland nicht. Anders sieht es in Österreich aus, denn hier fällt eine Pauschale als Kosten für den Scheidungsantrag an. Haben die Eheleute ein geringes Einkommen, dann beträgt der Verfahrenswert mindestens 34.000 Euro, mit Versorgungsausgleich 4.000 Euro. In diesem Fall kostet eine Scheidung lediglich 837,78 bzw. 1.027,50 917,50 Euro. Sollten Sie die Kosten für die Scheidung nicht tragen können, besteht die Möglichkeit, Verfahrenskostenhilfe zu beantragen.

Höhe der Gerichtsgebühren

Wie hoch die Gerichtsgebühren letztendlich ausfallen, ist abhängig vom Gegenstandswert des Scheidungsverfahrens. Dieser berechnet sich aus dem Scheidungsantrag und den Scheidungsfolgen, d.h. reicht man nur die Scheidung ein, wird der Gegenstandswert der Scheidung berrechnet. Werden weitere Scheidungsfolgen geklärt, fallen für jedes Scheidungsfolgen­verfahren weitere Gebühren an. Jedes Verfahren hat dabei einen eigenen Gegenstandswert. Reduzieren Sie die Scheidungskosten, indem Sie sich mit Ihrem Ehepartner auf eine einvernehmliche Scheidung einigen. In Abstimmung mit dem Gegenstandswert ermittelt das Gericht eine Gebühr nach dem Gerichtskostengesetz und der Anwalt nach der Gebührenverordnung für Rechtsanwälte dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Scheidungsantrag zurückziehen – geht das?

Haben Sie es sich anders überlegt und möchten Sie den Scheidungsantrag zurückziehen, ist dies in Deutschland jederzeit möglich. Der Antragsteller hat die Möglichkeit, den Scheidungsantrag zurückzuziehen und hierfür eine Erklärung beim zuständigen Gericht abzugeben. Allerdings gibt es Unterschiede, wenn der Antragsgegner auch die Scheidung eingereicht hat. Bei einer einvernehmlichen Scheidung stimmt der andere Ehepartner häufig nur zu, wohingegen im strittigen Verfahren beide Ehepartner den Scheidungsantrag stellen. Kurz gefasst heißt das, dass die Rücknahme des Antrags durch den Antragsteller bedeutungslos ist, wenn der Antragsgegner auch einen Antrag eingereicht hat. Da der Antrag des Gegners weiterhin gültig ist, läuft das Scheidungsverfahren weiter.

Wurde jedoch nur ein Antrag durch den Antragsteller eingereicht, so kann er diesen zurückziehen und das Verfahren anhalten. Nichtsdestotrotz muss der Antragsteller die gesamten Kosten des Verfahrens tragen. Wie hoch die Scheidungskosten zu diesem Zeitpunkt sind, ist abhängig davon, wie weit das Verfahren fortgeschritten war. Ihr Anwalt kann Ihnen einen detaillierten Überblick über die zu erwartenden Kosten geben.

Der Antraggegner stimmt nicht zu

Es kann passieren, dass der Antraggegner dem Scheidungsantrag nicht gleich zustimmt oder Zeit schinden möchte. Dies ist jedoch von gesetzlicher Seite nicht so einfach möglich, denn das Familiengericht kann ihm Ordnungsgelder und eine Erzwingungshaft androhen. Den Scheidungsantrag zu ignorieren, kann daher schlimme Konsequenzen nach sich ziehen. Insbesondere dann, wenn das Gericht dem Antragsgegner Fristen setzt und Gerichtstermine festlegt. Wird ein Ehepartner hingegen mit der Scheidungsabsicht vom anderen Ehepartner konfrontiert, ist er ihm gegenüber nicht verpflichtet, zu akzeptieren. Doch sobald das Gericht eine Stellungnahme zu einem Scheidungsantrag verlangt, sollte gehandelt werden.

So kann Sie ein Anwalt für Familienrecht unterstützen!

Eine Scheidung in Deutschland ist gewissen Richtlinien und Voraussetzungen unterstellt. Der Antrag auf Scheidung vor Gericht, kann dabei erst nach einem verpflichteten Trennungsjahr beantragt und muss zusätzlich von einem Familienrechtsanwalt gestellt werden. Daher macht es Sinn, vorab mit einem Rechtsberater juristische Regelungen und Fristen zu klären.

Ein von Ihnen ausgewählter Anwalt für Familienrecht macht sich mit Ihrem Fall mit bestem Wissen und Gewissen vertraut und unterstützt Sie im gesamten Scheidungsverfahren. Da in Deutschland Anwaltszwang bei einer Scheidung herrscht wird Ihnen von Amts wegen ein Rechtsberater gestellt, wenn Sie von keinem vertreten werden. Nutzen Sie die Möglichkeit einen Experten für Familienrecht zu beauftragen, der von Anfang an in Ihrem Interesse handelt und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Fragen zum Scheidungsantrag?
Unsere Anwälte für Familienrecht informieren Sie zum Thema Scheidungsantrag in Deutschland und beantworten Ihre Fragen.

FAQ: Scheidungsantrag

Der Scheidungsantrag kann nach einjähriger häuslicher sowie wirtschaftlicher Trennung eines Ehepaars gestellt werden. In Deutschland gilt die Regelung, dass der Scheidungsantrag lediglich von einem Anwalt gestellt werden kann. Eine Scheidung ohne Trennungsjahr ist nur in wenigen Härtefällen möglich.
Der Scheidungsantrag kann frühestens 2 Monate vor Ablauf des einjährigen Trennungsjahres eingereicht werden, wobei das Scheidungsverfahren in der Regel weitere 3 bis 4 Monate dauert. Da sich eine strittige Scheidung mit zahlreichen Folgeanträgen über mehrere Jahre hinziehen kann, ist es ratsam eine einvernehmliche Scheidung anzustreben. Je nach Durchführung des Versorgungsausgleichs sowie dem unmittelbaren Bezahlen der Gerichtskosten, kann die Scheidungsdauer von mehreren Monaten hin zu wenigen Wochen verkürzt werden.
Ein Beitrag der juristischen Redaktion
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