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Wie lange dauert eine Scheidung?

  • Redaktion Familienrechtsinfo.de
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Wenn man überlegt, sich scheiden zu lassen, fragt man sich schnell, wie lange eine Scheidung dauert. Die Dauer einer Scheidung ist von der Art und Weise, wie die Scheidung vollzogen wird, abhängig, d.h. ob es sich um eine strittige oder einvernehmliche Scheidung handelt.

Außerdem sind die Folgeanträge für den Unterhalt, das Sorgerecht und den Zugewinnausgleich entscheidend. Ferner können bei der strittigen Scheidung auch weitere Faktoren und der Versorgungsausgleich eine Rolle spielen.

Das Trennungsjahr ist eine wichtige Voraussetzung, um in Deutschland den Scheidungsantrag einreichen zu können, und beeinflusst die Dauer einer Scheidung. 

Im folgenden Beitrag bearbeiten wir unter anderem folgende Fragen.

Wie lange dauert die Scheidung nach dem Versorgungsausgleich? Wie lange dauert der Versorgungsausgleich? Wie lange dauert eine Scheidung, wenn einer nicht einwilligt? Wie lange kann man die Scheidung hinauszögern?

Darüber hinaus ist es auch wichtig, wie schnell die entsprechenden Formalitäten erledigt werden, und ob die Anträge formgerecht und vollständig eingereicht wurden.

Wie lange dauert es, bis der Scheidungsantrag zugestellt wird und wie lange dauert es, bis eine Scheidung rechtskräftig ist? 

Das Wichtigste in Kürze zur Dauer einer Scheidung:

  • Der Scheidungsantrag frühesten 2 Monate vor Ablauf des einjährigen Trennungsjahrs eingereicht werden.
  • Nach Einreichen des Scheidungsantrags läuft das Scheidungsverfahren in der Regel 3 bis 4 Monate.
  • Wird ein Versorgungsausgleich durchgeführt, verlängert sich die Dauer der Scheidung auf ca. 5 bis 9 Monate. Ohne Versorgungsausgleich beträgt die Dauer meist etwa 4 Monate.
  • Die einvernehmliche Scheidung ohne Versorgungsausgleich kann bereits in wenigen Monaten nach Einreichen des Scheidungsantrags vollzogen sein.
  • Eine strittige Scheidung mit zahlreichen Folgeanträgen kann sich über mehrere Jahre hinziehen.
  • Bei einer einvernehmlichen Scheidung werden unterhalts- und vermögensrechtliche Fragen außergerichtlich geklärt, was die Scheidungsdauer verkürzt.
  • Durch das unmittelbare Bezahlen der Gerichtskosten bei Einreichung des Scheidungsantrags kann die Dauer der Scheidung um 2 bis 3 Wochen verkürzt werden.
  • Um Verzögerungen durch den Versorgungsausgleich zu verhindern, sollte frühestmöglich eine Kontenklärung erfolgen.

Faktoren für die Dauer einer Scheidung

Die Frage „Wie lange dauert eine Scheidung?“ lässt sich nicht pauschal beantworten, da hierbei viele Faktoren eine Rolle spielen. Es muss geklärt werden, ob es sich um eine einvernehmliche oder strittige Scheidung handelt, Folgeanträge verhandelt werden müssen, ein Versorgungsausgleich durchgeführt wird und ob beide Ehepartner einwilligen. Dies sind nur einige der vielen Faktoren, welche die Dauer einer Scheidung ungemein beeinflussen können. Zudem ist es wichtig, dass das Trennungsjahr eingehalten wird, sodass die Scheidung keineswegs unter einem Jahr erfolgen kann. 

Das Trennungsjahr bei der Scheidung

Im Grunde beginnt die Scheidungsdauer nach Ablauf des einjährigen Trennungsjahrs und nach Einreichung des Scheidungsantrags. Die Ehepartner müssen nachweisen können, dass die eheliche Lebensgemeinschaft seit einem Jahr aufgelöst ist und eine Trennung von „Bett und Tisch“ vorgenommen wurde.

Um das Trennungsjahr bei Scheidung zu vollziehen, müssen die Ehegatten nicht in zwei verschiedenen Wohnungen leben. Entscheidend ist nur, dass sie unabhängig voneinander wirtschaften.  

Das Trennungsjahr kann bei Scheidung nur übersprungen werden, wenn das Verhalten eines Ehepartners unzumutbar für den anderen ist. Dies kann beispielsweise durch Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder/und Gewalttätigkeit sein. In diesen Fällen liegt ein Härtefall vor. 

Dauer einer einvernehmlichen Scheidung

Prinzipiell ist die einvernehmliche Scheidung immer kürzer als eine strittige Scheidung, da sich die Eheleute weitestgehend einig sind und die Scheidungsfolgen außergerichtlich geklärt werden können. Wie lange dauert eine Scheidung, wenn diese einvernehmlich verläuft? Werden die Folgen einer Scheidung außergerichtlich geklärt, muss das Familiengericht nur noch den Versorgungsausgleich von Amts wegen durchführen.

Dies spart Zeit, Scheidungskosten und Nerven. Doch auch bei der einvernehmlichen Scheidung müssen die Ehegatten seit mindestens einem Jahr getrennt voneinander leben und einen Scheidungsantrag einreichen.

Hierfür kann ein Ehepartner aus der gemeinsamen Ehewohnung ausziehen oder eine Trennung der häuslichen Gemeinschaft vorgenommen werden. Leben die Eheleute innerhalb der Wohnung getrennt voneinander, so müssen getrennte Bereiche vorhanden sein und ein gemeinsames Leben (Fernsehabende, gemeinsames Essen) darf nicht mehr stattfinden. Kurzzeitige Versöhnungsversuche von 2 bis 3 Monaten stellen keine Unterbrechung des Trennungsjahrs dar

Um die Dauer der einvernehmlichen Scheidung zu verkürzen, sollten Sie diese Folgesachen vorab klären: 

  • Umgangsrecht und Kindesunterhalt bei gemeinsamen Kindern
  • Sorgerecht
  • Nachehelicher Unterhalt
  • Rechtsverhältnisse an der Ehewohnung
  • Rechtsverhältnisse an den Haushaltsgegenständen

Im Scheidungsantrag kann dann vermerkt werden, dass über diese Scheidungsfolgen Vereinbarungen getroffen wurden. 

Des Weiteren kann die Dauer der einvernehmlichen Scheidung verkürzt werden, wenn nur ein Ehepartner einen Anwalt beauftragt und der andere dem Scheidungsantrag zustimmt. Somit können Sie einerseits Kosten und andererseits Zeit beim Scheidungsverfahren sparen. 

Wie lange dauert es, bis der Scheidungsantrag zugestellt wird?

Wie lange es dauert bis der Scheidungsantrag zugestellt wird, ist abhängig von einigen Faktoren. Allerdings ist die Zustellung des Familiengerichts an den Ehegatten entscheidend und erfolgt nicht immer innerhalb des gleichen Zeitraums.

Grundsätzlich ist der Ablauf bei jedem Familiengericht gleich, doch kann es bei einigen Familiengerichten in unterschiedlichen Bundesländern zu Verzögerungen kommen. Unterbesetzung und die Arbeitsweise der einzelnen Richter beeinflussen, wie lange es dauert, bis der Scheidungsantrag zugestellt wird.

Zunächst reicht der Rechtsanwalt den Scheidungsantrag beim Familiengericht ein, wo das Scheidungsverfahren ein Aktenzeichen erhält. Das Gericht erstellt dann eine Vorschussrechnung, wobei nach Zahlung der Gebühren das Verfahren eingeleitet wird. Die Zustellung des Scheidungsantrags erfolgt idealerweise nach 1-2 Wochen. 

Zeit sparen und Gerichtskosten sofort zahlen

Wer die Scheidungsdauer verkürzen will, sollte die Gerichtsgebühren zeitig zahlen. Insbesondere das Zahlen von ausstehenden Gerichtkosten kann das Scheidungsverfahren ungemein beschleunigen. Besteht für keinen Ehepartner ein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, sollte der beauftragte Anwalt die Gerichtskosten sofort dem Scheidungsantrag beifügen.

Dieser Betrag wird selbstverständlich vorab vom Mandanten an den Anwalt gezahlt. Das Gericht wird erst nach Eingang der Gerichtsgebühren im entsprechenden Scheidungsverfahren tätig werden. Durch ein vorzeitiges Zahlen der Gerichtsgebühren können rund 14 Tage bei der Dauer der Scheidung eingespart werden. Dies ist der Zeitraum, der benötigt wird, um den Vorschuss anzufordern. 

Gerichtsgebühren trotz Verfahrenskostenhilfe zahlen

Wie sieht es jedoch aus, wenn Verfahrenskostenhilfe beantragt wird? Wie kann man in diesem Fall die Dauer der Scheidung beschleunigen? Durch die Beantragung der Verfahrenskostenhilfe kann sich die Dauer der Scheidung verzögern. Je nachdem wie lange das Gericht für die Prüfung der Bewilligung benötigt, zieht sich die Scheidung in die Länge. Im Durchschnitt bedarf es rund 14 Tage für die Prüfung der Bewilligung. 

Möchten Sie die einvernehmliche Scheidung schnell vollziehen, kann eine Verzögerung durch die Beantragung einer förmlichen Zustellung des Scheidungsantrags unabhängig vom Entscheid über die Verfahrenskostenhilfe verhindert werden. Allerdings müssen Sie dann die Gerichtskosten vorab bezahlen und erhalten gegebenenfalls – sofern die Verfahrenskostenhilfe bewilligt wird – den Vorschuss zurückerstattet. Ein Anwalt kann Sie ausführlich beraten, ob Ihnen Verfahrenskostenhilfe zusteht oder nicht. 

Was ist der Versorgungsausgleich bei Scheidung?

Beim Versorgungsausgleich werden die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche auf beide Ehegatten aufgeteilt. Wer eine Erwerbstätigkeit ausübt, erwirbt Versorgungsansprüche: Angestellte erhalten durch eine Pflichtversicherung Ansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und Beamte erhalten Ansprüche bei der Beamtenversorgung.

Freiberufler sind meist bei Versorgungswerken versichert und Selbstständige sorgen selbst für das Alter vor. Was ist der Versorgungsausgleich bei Scheidung?

Beim Versorgungsausgleich werden dann alle erworbenen Ansprüche hälftig unter den Ehepartnern aufgeteilt. 

Dauer einer Scheidung ohne Versorgungsausgleich

Das Familiengericht entscheidet von Amts wegen über den Versorgungsausgleich, d.h. jeder Ehepartner erhält die Hälfte der späteren Altersrente des anderen Ehepartners. War ein Ehepartner jedoch aufgrund der Kindererziehung und Haushaltsführung nicht erwerbstätig, steht ihm die Hälfte der Rentenanwartschaften des anderen zu. Waren beide Ehepartner hingegen erwerbstätig, dann stehen ihnen jeweils die Hälfte der Rentenansprüche des anderen Ehepartners zu.

Berechnungszeitpunkt ist dabei der erste Tag des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde, und der letzte Tag des Monats, in dem der Scheidungsantrag zugestellt wurde. 

Muss der Versorgungsausgleich nicht durchgeführt werden, dann spart dies Zeit bei der Dauer der Scheidung. Kein Versorgungsausgleich muss durchgeführt werden, wenn die Ehe weniger als 3 Jahre bestand.

Denn hier wird ein Versorgungsausgleich nur auf Antrag durchgeführt. Darüber hinaus wird ein Versorgungsausgleich nicht durchgeführt, wenn er in einem notariellen Ehevertrag ausgeschlossen wurde. Ausgeschlossen wird er auch, wenn er unbillig wäre oder die Ehepartner ungefähr gleich hohe Rentenansprüche haben.  

Wird der Versorgungsausgleich nicht durchgeführt, dann beträgt die Dauer der Scheidung regelmäßig lediglich 4 Monate. 

Versorgungsausgleich beschleunigen

Grundsätzlich wird eine Scheidung mit Versorgungsausgleich immer dann verzögert, wenn nicht alle Auskünfte zu den Rentenzeiten vorliegen. Einer Verzögerung können Sie vorbeugen, indem Sie alle ungeklärten Zeiträume vorab nachweisen.

Stellen Sie hierfür beim zuständigen Träger einen Antrag auf Kontenklärung, um diese Fehlzeiten im Versicherungsverlauf nachweisen zu können. Außerdem sollten Sie auch ausgefüllte gerichtliche Formulare für den Versorgungsausgleich dem Scheidungsantrag beifügen und dem Gericht schnellstmöglich zurücksenden. 

Dauer einer Scheidung mit Versorgungsausgleich

Durch den Versorgungsausgleich verlängert sich die Scheidungsdauer um einige Monate. Beim Versorgungsausgleich muss das Gericht für die Berechnung des Ausgleichs zunächst die Auskunft der entsprechenden Versorgungsträger erhalten. Im Normalfall dauert es rund 3 bis 6 Monate, bis diese Auskünfte beim zuständigen Familiengericht vorliegen.

Durch Fehlzeiten im Versicherungsverlauf kann sich dies jedoch weiterhin in die Länge ziehen. Die Scheidungsdauer beträgt mit Versorgungsausgleich rund 5 bis 9 Monate, wobei es hierbei auch auf die Arbeitsweise der zuständigen Familiengerichte ankommt. 

Wie lange dauert der Versorgungsausgleich?

Je nach Arbeitsweise der jeweiligen Gerichte beträgt die Bearbeitungsdauer für den Versorgungsausgleich unterschiedlich lang. Wie lange dauert der Versorgungsausgleich?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass für die Einholung der notwendigen Auskünfte rund 3 bis 6 Monate verstreichen. Dadurch beläuft sich die Scheidungsdauer mit Versorgungsausgleich auf rund 5 bis 9 Monate.   

Trotz Versorgungsausgleich können Sie die Scheidungsdauer beeinflussen und verkürzen, indem Sie alle Beweise für Fehlzeiten rechtzeitig zusammentragen und diese an den zuständigen Versorgungsträger senden. In diesem Zusammenhang können Sie prüfen, ob Ihr Rentenkonto auf dem neusten Stand ist und alle Nachweise erbracht wurden.

Eingerechnet wird die Schulausbildung, die Mutterschutzzeit und Zeiten der Arbeitslosigkeit. In vielen Fällen fehlen diese Versicherungszeiten und müssen später erfasst werden, was wiederum Zeit in Anspruch nimmt. Sind Sie bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte versichert, können Sie sich an eine Beratungsstelle wenden und einen Antrag auf Kontenklärung stellen. 

Wie lange dauert eine Scheidung nach dem Versorgungsausgleich?

Liegen alle Nachweise für die Versicherungszeiten vor und sind die notwendigen Auskünfte vollständig, kann die Scheidung vollzogen werden. Je nach Auslastung der Gerichte und Vollständigkeit der Unterlagen beim Versorgungsträger liegen dem Gericht die Auskünfte bereits nach 4 bis 6 Wochen vor.

Bei Unvollständigkeit und Auslastung der Gerichte beträgt die Bearbeitungsdauer bis zu 6 Monate. Wie lange dauert eine Scheidung nach dem Versorgungsausgleich? Letztendlich verlängert sich die Dauer des Scheidungsverfahrens um die Bearbeitungszeit des Versorgungsausgleichs.   

Wie lange dauert eine strittige Scheidung?

Bei einer strittigen Scheidung ist die Scheidungsdauer grundsätzlich länger, da zunächst Scheidungsfolgen (Umgangsrecht, Sorgerecht, Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt) gerichtlich geklärt werden müssen. Schlimmstenfalls beträgt die Dauer einer strittigen Scheidung sogar mehrere Jahre.

Alternativ können Sie auch das Angebot der Mediation wahrnehmen, um Kosten und Zeit zu sparen. Im Rahmen der Mediation interveniert ein Mediator und hilft Ihnen bei der Konfliktbewältigung. Gemeinsam können Sie somit eine einvernehmliche Lösung finden. 

Wie lange dauert eine Scheidung, wenn einer nicht einwilligt?

Willigt ein Ehepartner nicht in die Scheidung ein, dann wird die Scheidung als strittig betrachtet. Wie lange dauert eine Scheidung, wenn einer nicht einwilligt?

Ebenso können fehlende Vereinbarungen und Absprachen bei Sorgerechtsfragen, beim Umgangsrecht, des Kindesunterhalts, des nachehelichen Unterhalts oder bei den Rechtsverhältnissen der ehelichen Wohnung oder des gemeinsamen Hauses eine streitige Scheidung verursachen.

Eine strittige Scheidung kann sich in diesem Fall mehrere Jahre hinziehen. Wie lange eine Scheidung dauert, wenn einer nicht einwilligt, hängt von einigen Faktoren ab. 

Möchte sich ein Ehepartner nach einem 12-monatigen Trennungsjahr immer noch nicht scheiden lassen, kann man auch anderweitig nachweisen, dass die Ehe gescheitert ist.

Dies ist dann die Pflicht des Antragstellers. Hierfür müssen spezifische Scheidungsgründe nachweisbar sein. Leben die Eheleute jedoch seit drei Jahren getrennt voneinander, müssen keine Gründe vorgelegt werden. In diesem Fall kann die Ehe geschieden werden, selbst wenn einer der Ehepartner der Scheidung widerspricht. Nach einer dreijährigen Trennung geht man davon aus, dass die Ehe unwiderlegbar gescheitert ist. 

Wie lange kann man die Scheidung hinauszögern?

Willigt ein Ehepartner nicht in die Scheidung ein, kann sich die Dauer der Scheidung bereits um 2 Jahre verzögern. Auf die Frage „Wie lange kann man die Scheidung hinauszögern?“ gibt es keine pauschale Antwort, da es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Scheidung hinauszuzögern.

In einigen Fällen hat das Hinauszögern der Scheidung einige Vorteile für einen Ehepartner. So kann man beispielsweise den Trennungsunterhalt ausschöpfen, wenn kein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht. 

Ferner kann es zu Komplikationen kommen, wenn der Antragsteller nur den Scheidungsantrag ohne Folgesachen einreicht. 

Untätigkeit - zum Verzögern einer Scheidung

Möchte man die Scheidungsdauer unnötig in die Länge ziehen, muss man einfach untätig sein. Dies sorgt automatisch für Verzögerungen beim Scheidungsprozess. Somit muss man nicht sofort auf den Scheidungsantrag reagieren oder der gerichtlichen Aufforderung zum Ausfüllen der Formulare für den Versorgungsausgleich nachkommen.

Wer die Scheidung weiterhin hinauszögern möchte, kann auf die gerichtliche Nachfrage nicht reagieren und den Scheidungstermin vergessen. Faktisch muss der Antragsgegner erst reagieren, wenn das Familiengericht ihm ein Zwangsgeld androht.

Abstreiten zum Verzögern einer Scheidung

Ist der Ehegatte zu einer Reaktion gezwungen, kann er alles inklusive des Trennungsjahrs abstreiten. Darüber hinaus kann er behaupten, dass ein Versöhnungsversuch von mehr als 3 Monaten stattgefunden hat. Da der Antragsteller in der Nachweispflicht ist, kann es für ihn schwierig werden, die Scheidung in der vorgesehenen Zeit zu vollziehen. 

Fristen verlängern und Termine verlegen

Das Hinauszögern der Scheidung kann nahezu bis auf die Spitze getrieben werden, indem Gerichtstermine und Fristen nicht eingehalten werden. Dies ist beispielsweise möglich, wenn der Ehepartner einen wichtigen Arzttermin mit Attest nachweisen kann, im Urlaub ist oder aus sonstigen triftigen Gründen den Gerichtstermin oder Fristen nicht wahrnehmen konnte.

In diesem Fall muss sein Anwalt eine Fristverlängerung für den Schriftverkehr und eine Terminverlegung beantragen. 

Folgesachen hinauszögern

Besonders die Geltendmachung der Folgesachen kann die Scheidung unnötig in die Länge ziehen und zugunsten des einen Ehepartners sein. Besonders die Vereinbarungen zum Zugewinnausgleich mit einer Immobilie beeinflussen die Scheidungsdauer ungemein.

Das Familiengericht klärt den Scheidungsbeschluss meist zusammen mit der Klärung der Folgesachen, sodass sich das Scheidungsverfahren verzögern kann. Es sei denn es fand eine Abtrennung der Folgesachen statt. Der Zugewinnausgleich nimmt die meiste Zeit in Anspruch, insbesondere dann, wenn ein Gutachten für eine Immobilie eingeholt werden muss. Auch Sorgerechtsstreitigkeiten können sich in die Länge ziehen und die Dauer der Scheidung verlängern.  

Bei den Folgesachen (Sorgerecht, Umgangsrecht, Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt) werden komplexe Anträge gestellt.

Mithilfe der Stufenklage beim Unterhalt kann das Scheidungsverfahren hinausgezögert werden. In der ersten Stufe werden Auskünfte zum Einkommen und Vermögen eingeholt und auf der zweiten Stufe erfolgt die Bezifferung des Unterhalts.

Bei diesem Verfahren kann man sehr einfach Zeit schinden, und bis der Anwalt einen Antrag auf Abtrennung der Folgesachen genehmigt bekommt, zieht weiterhin Zeit ins Land. 

Beschwerde einlegen

Des Weiteren kann man die Scheidungsdauer auch durch eine Beschwerde gegen den Scheidungsbeschluss des Gerichts hinauszögern, welche am letzten Tag der 30-tägigen Frist eingelegt werden kann. Allerdings entstehen hierdurch höhere Scheidungskosten.

Wer sich quer stellen und die Scheidung hinauszögern möchte, kann dies sehr einfach tun. Die Frage ist jedoch, inwieweit dieses Vorgehen lukrativ ist und ob sich der Rosenkrieg finanziell wirklich lohnt. Sind Kinder in die Scheidung involviert, sollte auch in deren Interessen und im Sinne des Kindeswohl gehandelt werden. 

Wie lange dauert es, bis eine Scheidung rechtskräftig ist?

Die Dauer der Scheidung endet mit der rechtskräftigen Scheidung. Wie lange dauert es, bis eine Scheidung rechtskräftig ist? Rechtskräftig ist eine Scheidung dann, wenn keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden können. Rechtmittel kann bis zu einen Monat nach Zustellung des schriftlichen Scheidungsbeschlusses eingelegt werden. Besprechen Sie mit Ihrem Anwalt, ob und wie Sie Rechtsmittel einlegen sollten. 

Wer die Dauer einer Scheidung verkürzen möchte, muss im Anschluss an die mündliche Verkündigung des Urteils während des Scheidungstermins einen Verzicht auf Rechtsmittel abgeben.

Dies ist aber nur für den Ehegatten möglich, der von einem Anwalt vertreten wird. Hat ein Ehepartner keine anwaltliche Vertretung, dann kann nicht auf Rechtsmittel verzichtet werden. 

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